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Spremberg
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Spremberg, niedersorbisch Grodk, ist eine Stadt im brandenburgischen Landkreis Spree-NeiĂe. Nach den bekannten Quellen wurde Spremberg erstmals 1301 erwähnt. Die Stadt ist ein lokales Zentrum im sorbischen Siedlungsgebiet im SĂźden der Niederlausitz, deren fĂźnftgrĂśĂte Stadt und offiziell zweisprachig.
Der Spremberger Schriftsteller Erwin Strittmatter beschrieb die Ortsnamen in seiner Romantrilogie Der Laden wie folgt: âGrodk liegt im Tale, sagen die Sorben. Spremberg liegt am Berge, sagen die Deutschen. Spree am Berg gleich Spremberg. Grodk gleich Stadt, sagen die Sorben, wir sein länger hier wie die Deitschen.â
Seit dem 8. August 2013 trägt die Stadt die offizielle Zusatzbezeichnung âPerle der Lausitz â parlicka ĹuĹžyceâ.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Diese Bezeichnung ist nicht Bestandteil des amtlichen Namens, so dass der amtliche Name weiterhin nur Spremberg/Grodk lautet.cite-ref-geschichte-der-stadt-spremberg-grodk-4-0[4] Sie kann aber auf den Ortseingangsschildern angebracht werden.
Contents
⢠Geografie
⢠Nachbargemeinden
⢠Stadtgliederung
⢠Geschichte
⢠Eingemeindungen
⢠Ortsname
⢠Religion
⢠Politik
⢠Wappen
⢠Dienstsiegel
⢠Flagge
⢠Stadtpark
⢠Schloss
⢠Bodendenkmale
⢠Sport
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Sonstiges
⢠Literatur
⢠Quellen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geografie
Geografische Lage
Die Stadt liegt etwa 20 km sĂźdlich von Cottbus an der Grenze zum sächsischen Landkreis Bautzen. Die Altstadt liegt in einer Auenlandschaft zwischen zwei Spreearmen auf einer Insel. Die Spree flieĂt mitten durch die Stadt, die mit der Talsperre Spremberg ein Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe hat. Zwei Gewässer, die Kochsa und das HĂźhnerwasser, entspringen im Gemeindegebiet.
Spremberg liegt im äuĂersten Osten des heutigen Deutschlands, 25 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Zwischen 1871 und 1918 galt der Ort als geographischer Mittelpunkt des Deutschen Reichs; darĂźber gibt ein Gedenkstein Auskunft, der sich nur wenige Meter vom Originalstandort befindet.
Nachbargemeinden
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet hat sich im Laufe der Jahre immer wieder durch Eingemeindungen verändert. Diese waren nicht nur die Folge des Zusammenwachsens der Vorortsiedlungen mit dem eigentlichen Stadtgebiet, sondern erfolgten auch dadurch, dass durch den fortschreitenden Bergbau immer wieder DÜrfer um Spremberg zerstÜrt wurden.
⢠Cantdorf (sorbisch Konopotna) mit dem Wohnplatz Wilhelmsthal (Wylemojce): 352 Einwohner
⢠Graustein (Syjk) mit den Wohnplätzen Ausbau Nord (PĂłdpoĹnocne WutwaĹki), Ausbau SĂźd (PĂłdpoĹdnjowe WutwaĹki): 362 Einwohner
⢠GroĂ Luja (Ĺojow): 256 Einwohner
⢠Haidemßhl (Gózdź): 588 Einwohner
⢠Hornow (LÄĹĄÄe) mit dem Wohnplatz Hornow-Vorwerk (LÄĹĄÄaĹski Forwark): 385 Einwohner
⢠Lieskau (LÄsk): 214 Einwohner
⢠SchÜnheide (Praťyjca): 93 Einwohner
⢠Schwarze Pumpe (Carna Plumpa): 1.823 Einwohner
⢠Terpe (Terpje) mit dem Wohnplatz Terpe Ausbau (TerpjaĹske WutwaĹki): 263 Einwohner
⢠Trattendorf (Dubrawa) mit Wohnplatz Obertrattendorf (Górna Dubrawa): 1.936 Einwohner
⢠TĂźrkendorf (Zakrjow) mit dem Wohnplatz Ausbau TĂźrkendorf (Zakrjojske WutwaĹki): 118 Einwohner
⢠Wadelsdorf (Zakrjejc) mit Wohnplatz Zum Ausbau (K WutwaĹkam): 158 Einwohner
⢠Weskow (Wjaska): 813 Einwohner
Zur Kernstadt Spremberg gehĂśren die Wohnplätze: Ausbau Kirschberg (WutwaĹki pĹi WiĹĄnjowej GĂłrje), Birkhahn (Kokot), Georgenberg (Jurowa GĂłra), Heinrichsfeld (Ĺ enki), Klein Buckow (Bukowk), Kochsdorf (Kochanojce), Oberteschnitz (GĂłrne TeĹĄnice), Pulsberg (LutoboĹ), Slamen (SĹomjeĹ), Slamen Ziegelei (SĹomjeĹska Cyglownja), Stadtrandsiedlung (PĂłd MÄstom), Unterteschnitz (Dolne TeĹĄnice) und Weinberge (Winice).
Auf der heutigen Stadtgemarkung von Spremberg lagen die vom Braunkohletagebau devastierten DĂśrfer GroĂ Buckow, Jessen, Radeweise, Roitz, Stradow, StrauĂdorf, Wolkenberg und die Vorwerke oder Wohnplätze Gribona, Dollan, Josephsbrunn, KutzermĂźhle, Pardutz und TĂśpferschänke.
Eine Besonderheit unter den eingemeindeten Orten stellt HaidemĂźhl dar. Alt-HaidemĂźhl, wie es Ăźbergangsweise genannt wurde, wurde zwischen 2004 und Ende 2006 umgesiedelt. Als neuen Standort wählten die Bewohner eine ausgewiesene Fläche im Spremberger Ortsteil Sellessen. Das neue HaidemĂźhl wurde dann am 1. Januar 2006 ein vom Ortsteil Sellessen umgebener selbständiger Ortsteil von Spremberg. Die alte Ortslage wurde zum 1. Januar 2006 in die Stadt Welzow eingemeindet und in den Folgejahren zum grĂśĂten Teil fĂźr den Tagebau Welzow-SĂźd devastiert.
Geschichte
Die Ersterwähnung von Spremberg geht auf das Jahr 1301 zurßck. Obwohl die Stadt Spremberg wesentlich älter sein dßrfte, gibt es darßber keine gesicherten Aufzeichnungen mehr. Untersuchungen im Stadtgebiet lassen jedoch den Schluss zu, dass es bereits viel frßher im zentralen Stadtgebiet, im Bereich der heutigen Kreuzkirche, Ansiedlungen und Bebauungen gab.
Als erster Besitzer der Herrschaft Spremberg ist ein Wettiner aus der Nebenlinie von Landsberg verbßrgt, der sich vermutlich später nach seinem Sitz von Sprewenberc nannte.
Am 3. August 1301 wurden die Stadt und die Burg Spremberg erstmals in einem Kaufvertrag zwischen dem ThĂźringer Landgrafen Dietrich dem JĂźngeren und dem Magdeburger Erzbischof Burchard II. von Blankenburg erwähnt.cite-ref-geschichte-der-stadt-spremberg-grodk-4-1[4] Diese Urkunde mit dem unverletzten Abdruck des Siegelrings befindet sich im BĂśhmischen Kronarchiv innerhalb des Tschechischen Nationalarchivs in Prag. Sie trägt die Beschreibung âS. THEODERICUS DER JĂNGERE, VON GOTTES GNADEN LANDGRAF VON THĂRINGEN UND MARKGRAF DES OSTENS UND VON LUSACIAâ.
â
Hauptartikel
:
Herrschaft Spremberg
Ăbersetzung der ältesten bekannten Urkunde der GrĂźndung von Spremberg vom 3. August 1301
Die Ăbersetzung dieser Urkunde lautet:
âBalbin B., Miscellanea historica regni Bohemiae dec. 1 lib. VIII ( 1688 ) p. 259 nr. 1. â LĂźnig 1. Chr., Des teutschen Reichsarchivs partis spec. Continuatio I1 ( 1712 ) Anhang p. 4 nr. 2. â Hofmann Chr. G.. Scriptores rerum Lusaticarum IV ( 1719) p. 183 nr. 22- Mencken J. B., Scriptores rerum Germanicarum II ( 1728 ) p. 940. â DumontJ., Corps universel diplomatique du droit des gens I 1 ( 1726 ) p. 330 nr. 577. â Jirecek H., Codex iuris bohemici 1I 1 ( Korunni archiv ceskv, 1896) p. 8 nota. â Koss R., Archiv koruny ceske 1I ( 1928 ) p. 50 nr. 55 Im Namen der heiligen und untrennbaren Dreieinigkeit, Amen. Theodericus der JĂźngere, von Gottes Gnaden Landgraf von ThĂźringen, Markgraf des Ostens und von Lusacia. hat heute die vorliegenden Dokumente allen zum Anschauen oder zum AnhĂśren vorgelegt Damit die Wahrheit nicht durch den ruhigen Verlauf der Zeiten, durch Vergessenheit und IrrtĂźmer geschminkt wird, hat er sich daran gemacht damit diese Taten schriftlich durch dies Zeugnis mit Brief und Siegel in den Erinnerungen der Menschen festgehalten und ihnen anvertraut werden. Von jetzt an ist es so, daĂ wir uns wieder an die Gegenwart erinnern und wir wollen allen an Christus Gläubigen sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft in Erinnerung rufen. daĂ wir unserem erlauchten FĂźrsten dem Herren Albrecht dem Ălteren, Landgraf von ThĂźringen, unserem Vater lieb und teuer sind und daĂ wir dem Erzbischof der Kirche von Magdeburg â Burchard â des Herrn Friedrich des Markgrafen von Misnensis, unseres geliebten Bruders im Namen des ehrwĂźrdigen Vaters in Christus, im Namen seiner Kirche von Magdeburg fĂźr 6000 Mark in Silber folgendes verkauft haben: Das Land der Mark Lusacia selbst haben wir dem Erzbischof geschenkt und Ăźbergeben mit dem daselbst gegenwärtig existierenden Eigentum des Herren und wir haben es dem Erzbischof selbst und der Kirche schon Ăźbertragen, und zwar wie bereits erwähnt das Land der Markgrafschaft mit all seinen Rechten und was sich darauf bezieht mit den guten Untergebenen und denen die nicht Untergebene sind, mit den Befestigungen, Städten, Lagern wie weiter unten noch angemerkt werden wird die im Land seiner Markgrafschaft existieren d. h. mit allem was darum liegt und was dazu gehĂśrt, den Wegen und StraĂen, MĂźhlen, kultivierten und nicht kultivierten Ăckern, Wäldern. Waldbewohnern und GehĂślzen, Wiesen, Weiden, Gewässern und FluĂläufen, Fischen. Vogteien. Zollstellen und MĂźnzstätten und den Zivilgerichtsbarkeiten aller Rechtsprechenden, Gebräuchen, allem was nĂźtzlich ist, FrĂźchten, allem was sich auf das oben erwähnte Gebiet der Grenzmark Lusacia erstreckt: je nachdem wie es uns und unseren Stammvätern alles im Einzelnen vorhergesagt worden ist, haben wir es erhalten und in Besitz erlangt und als Taten anerkannt. Wir haben das oben erwähnte Land der Markgrafschaft Ăźbertragen bekommen mit allen bereits oben erwähnten Dingen, obendrein mit den Dienstmännern, Vasallen, Eigentumsrechten und allen Bewohnern, Ăźber welche auch immer dieser Vertrag existiert und allen die sich auf dem Land der Grafschaft aufhalten, im Wort des Herrn Erzbischof und nicht nach dem Kirchenrecht haben wir es und unsere Vorfahren in Besitz und werden es frei und im ewigen Frieden als EigentĂźmer fĂźr immer besitzen. Obendrein haben wir durch einen feierlich gegebenen Kontrakt dem Herrn Erzbischof und auch der Kirche selbst Ăźber das vĂśllig besiegte Land der oben erwähnten Markgrafschaft versprochen, daĂ wir alle Vorhersagen auch im Einzelnen einhalten werden, nichts desto weniger haben wir fĂźr alles oben erwähnte eine gerechte und gĂźltige BĂźrgschaft erhalten. Auch erteilen wir eine Absage an jede I landlung, die gegen das Geschehene gerichtet ist, und an eine Einrede wegen Ăźbler Täuschung. ferner an eine Einrede wegen eines nicht oder nicht vĂśllig bezahlten Kaufpreises und eine BegĂźnstigung der RĂźckversetzung in den frĂźheren Zustand sowie an jede andere Handlung, Einrede oder BegĂźnstigung nach dem Zivilrecht und dem Kirchenrecht, die fĂźr uns durch das Vorausgeschickte oder einen Teil davon gegenwärtig oder in Zukunft zutreffen kĂśnnten.Die Namen der Städte, Lager, Kleinstädte, Grenzsteine und unterschiedlichen Länder also viel mehr der Grenzmark Lusacia sind diese: Das oben erwähnte Land nämlich oder vielmehr die Grenzmark Lusacia beginnt an jenem Teil des Gewässers Dahme und erstreckt sich auf das Land Sarow und wird begrenzt durch das Ende des Landes Sarow. Ebenso hat das oben genannte Land folgende Grenzen. Von der schwarzen Elster bis zur Oder und von der Oder bis zum FluĂ Slube und vom FluĂ Slube bis zum FluĂ Bober und genau genommen erstreckt es sich bis zum Land Sarow das sich bis zu den Grenzen Polens und bis zu den Grenzen des Landes Budesinensis ausdehnt. Ebenso erstreckt es sich auf die Versammlung freier Männer in Prebuz, und die Stadt Trebule. ebenso Burg Golsin und Stadt und Burg Lukowe, Stadt Gubyn, Stadt und Burg Lubtaz, Burg Schedelowe, Stadt und Burg Sprewenberch, Pizne Stadt und Burg, Bucholt Burg, Sunnenwalde Stadt und Burg, Dinsterwalde Stadt und Burg, Versammlung freier Männer in Semftenberch, Dannenrode Stadt, das neue Lager Kalow bei Kotebuz mit Stadt und Burg Kotebuz. Burg.Lubbenowe, ebenso Burg und Stadt Vredeburch, Burg und Stadt Schenkendorp, Burg und Stadt Trebetz. Versammlung freier Männer Zcinnitz, Burg Richenwalde. Versammlung freier Männer in Reinoldeswalde mit Landhäusern, MĂźhlen. Wälder und deren Bewohnern. ebenso mit allem was dazu gehĂśrt wie es bereits weiter oben vollständig ausgedrĂźckt ist. Unsere Siegel haben wir auf diesem SchriftstĂźck als offensichtliches Zeugnis angebracht. Zeugen dieses Vorganges sind die ehrenhaften Männer Bernhardus Statthalter genannt von Welpia, Kämmerer Robertus von Mansuelt, Otto. Sprecher von Brizna, Burchardus von Schrapelo, Meister Heidenricus von Erpz, Heinricus von Grunenberch, die Domherren der Kirche aus Magdeburg und zwar die edlen Herren Conradus von Werberge, Henningus von Pole genannt Struz, Richardus aus Magdeburg, TruchseĂ der Versammlung freier Männer genannt von Alsleue. Heinricus, Gumpertus und Johannes von Alsleue Hermannus von Wederden genannt von Warmsdorf, Gerekus von langbuy, Johannes von Vrekeleue, Ileino von Rodense, Marschall Tilo, Burggraf Johannes von Lowburch, Soldaten und unfreie Dienstleute die der Kirche von Magdeburg unterstehen. auch die BrĂźder Otto und Bodo von Ylbruch. Otto von Ylbruch der JĂźngere, Fridehelmus von Kotebuz, die BrĂźder Fridehelmus und Bernhardus von Strel. Johannes und Cunradus von Landesberch, die BrĂźder Ulricus und Heinricus von Pach. die BrĂźder Johannes und Hermannus Burggrafen von Golsyn, die BrĂźder Johannes und Fredehelmus von Landesberch, Albertus, Knut, Johannes und Guntherus BrĂźder von Geilnowe, unsere Soldaten und unfreien Dienstleute und viele andere auch die diesem Vertrauen wĂźrdig sind. Geschehen und schriftlich festgehalten in Dahme im Jahre des Herrn 1301 am Tag der Auffindung des schĂśnen Stephani des ersten Märtyrers.âcite-ref-8[8]
Die Stadt und die Burg Spremberg werden in dieser Urkunde als âoppidum et castrum Sprewenberchâ bezeichnet. Andere Quellen sprechen von einer Ersterwähnung um 1200, als in einem Kaufvertrag von âWygbilde vnde Hus tzu Sprewenbergâ die Rede war. Im Jahr 1349 wurde die Adelsfamilie von Schwarzburg-Wachsenburg neuer EigentĂźmer der Stadt und des Schlosses Spremberg. 1360 kaufte Kaiser Karl IV. das Schloss Spremberg den Schwarzburgern ab. Johann von GĂśrlitz, Sohn Karls IV., verpfändete 1395 Schloss und Herrschaft Spremberg an Otto von Kittlitz. 1497 kaufte der Niederlausitzer Landvogt Heinrich ReuĂ von Plauen und Burggraf zu MeiĂen die Herrschaft Spremberg von der Familie von Kittlitz.
Nach Daten der Gesellschaft fĂźr Leprakunde existierte in Spremberg seit dem 15. Jahrhundert ein mittelalterliches Leprosorium, das sich âvor dem Forster Torâ befand und auch als Hospital bezeichnet wurde. Die dazugehĂśrige Kapelle war dem Heiligen Georg geweiht, das Gebäude wurde 1970 abgetragen.cite-ref-9[9]
Am 3. Juni 1556 kam es zum ersten groĂen Stadtbrand, wobei die Stadt auf Grund der damaligen dichten Bebauung fast vollständig vernichtet wurde. 1567 kaufte Hofrat Kaspar Minkwitz von Minkwitzburg / Drehna die Herrschaft Spremberg von Landvogt Bohuslav Felix von Lobkowitz und Hassenstein, 1584 erwarb das Geschlecht derer von Kittlitz durch Karl von Kittlitz (1535â1598)cite-ref-10[10] abermals die Herrschaft Spremberg.
Am 24. August 1604 kam es zum zweiten groĂen Stadtbrand in Spremberg; ihm fielen unter anderem beide Kirchen, das Rathaus und mehr als 200 Wohnhäuser zum Opfer. 1626 wĂźtete die Pest in Spremberg. Während des DreiĂigjährigen Krieges wurde Spremberg im Jahr 1642 von schwedischen Truppen Ăźberfallen, belagert und geplĂźndert. Am 18. Oktober 1646 kam es abermals zu einem groĂen Stadtbrand, dabei wurden wieder das Rathaus und 185 Wohnhäuser vernichtet. 1671 gelangte Spremberg durch Heirat derer von Kittlitz in den Besitz des Grafen Carl Moritz von Redern. 1671 wĂźtete der vierte groĂe Stadtbrand in Spremberg, wieder brannten 200 Wohnhäuser nieder. Im Jahr 1676 erlieĂ der Rat der Stadt Spremberg eine Polizeiverordnung, in der jeder BĂźrger zum Brandschutz angehalten wurde.
1680 wurde Spremberg erneut von der Pest heimgesucht, die Zahl von 480 Toten machte etwa die Hälfte der damaligen BevĂślkerung aus. Im gleichen Jahr wechselten Stadt und Schloss abermals den Besitzer. Neuer EigentĂźmer wurde Herzog Christian I. zu Sachsen-Merseburg, der Spremberg später seinem nachgeborenen Sohn Heinrich von Sachsen-Merseburg als Residenz zuwies. Am 30. Juli 1705 kam es zum fĂźnften und letzten groĂen Stadtbrand in Spremberg. Wieder wurden fast die komplette Wohnbebauung und beide Kirchen vernichtet. Am 28. Juli 1738 fiel durch den Tod von Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg, dem letzten männlichen Nachkommen der Nebenlinie Sachsen-Merseburg, das Herzogtum Sachsen-Merseburg und damit auch die Markgrafenschaft Niederlausitz an das KurfĂźrstentum Sachsen.
Am 3. August 1815 wurde Friedrich Wilhelm III. durch den Wiener Frieden neuer Herrscher der Niederlausitz. Spremberg kam damit zur preuĂischen Provinz Brandenburg und wurde Kreisstadt des Landkreises Spremberg, der 1952, leicht verändert, in den Kreis Spremberg Ăźberging und so bis zum Jahr 1993 bestand, bevor er in den Landkreis Spree-NeiĂe eingegliedert wurde.
1893 beging die Stadt Spremberg die Tausendjahrfeier ihrer StadtgrĂźndung aufgrund einer falschen Annahme, die auf das 17. Jahrhundert zurĂźckging. Obwohl man den Irrtum noch vor den eigentlichen Feierlichkeiten bemerkte, wurde gefeiert. Im Jahr 1613 hatte die Stadt von einem Historiker namens Abraham HoĂmann ein Gutachten Ăźber das Alter der Stadt anfertigen lassen. HoĂmann behauptete dabei, die Stadt sei 893 durch Kaiser Arnulf gegrĂźndet worden, was er durch eine in seinem Besitz befindliche Burgundische Chronik belegen kĂśnne. Nach dem Tod von HoĂmann stellte sich jedoch heraus, dass diese Chronik nie existierte und die Stadt und viele andere Städte auf einen Schwindler hereingefallen war.
Um den 1867 erĂśffneten auĂerstädtischen Bahnhof an der Bahnstrecke BerlinâGĂśrlitz besser mit der Innenstadt zu verbinden, baute die Stadt 1897 eine Verbindungsbahn. Die Spremberger Stadtbahn stellte 1956 ihren Betrieb ein.
In den Jahren 1871 bis 1920 war Spremberg nach Berechnungen des Geographen Matzat der geographische Mittelpunkt des Deutschen Reiches.
Mit Erlass des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 31. Juli 1936 war Spremberg berechtigt, fĂźr die Dauer der Eigenschaft als Sitz der Kreisverwaltung, die Bezeichnung âKreisstadtâ zu tragen. Am 13. Juli 1936 war dafĂźr ein entsprechendes Wappen verliehen worden.
Am 20. April 1945 eroberten sowjetische Truppen des 24. SchĂźtzenkorps (Generalmajor Onuprijenko), des 33. GardeschĂźtzenkorps der 1. Ukrainischen Front (Generalleutnant Lebedenko) und der 95. GardeschĂźtzendivision (Generalmajor Olejnikow) nach dreiĂigminĂźtigen Beschuss aus 1247 GeschĂźtzrohren jeden Kalibers nach hartnäckiger Verteidigung durch deutsche Truppen, die unter anderem aus der 344. Infanterie-Division (Generalmajor Erwin Jollasse), der 10. SS-Panzerdivision (BrigadefĂźhrer Heinz Harmel), der FĂźhrer-Begleit-Division (Generalmajor Ernst Remer) und einem Volkssturmbataillon mit etwa 300 Mann bestanden, die zur Festung erklärte Stadt Spremberg. Die verteidigenden deutschen Verbände wurden dabei in einem Kessel nordwestlich von Spremberg in Kochsdorf eingeschlossen. In der Nacht zum 21. April konnten die eingeschlossenen Verbände der 10. SS-Panzer Division in Richtung Westen aus dem Kessel ausbrechen. Die ihnen nachsetzenden verbliebenen deutschen Truppen folgten beladen mit Verwundeten und Zivilisten. Im nur wenige Kilometer entfernten Kausche kam es zur erneuten Einkesselung durch die Rote Armee. Im Kessel von Kausche befanden sich etwa 20.000 deutsche Soldaten und Zivilisten. Beim Ausbruch in Richtung Westen verloren 5000 deutsche Soldaten, ca. 600 Rotarmisten und eine unbekannte Zahl an Zivilisten ihr Leben.cite-ref-11[11]
Die Innenstadt wurde in den letzten Kriegstagen dabei zu fast 70 % zerstĂśrt. Nach Aussagen von Zeitzeugen wurden viele Gebäude der Innenstadt nicht durch direkte Kampfhandlungen, sondern erst durch anschlieĂende Brandstiftung zerstĂśrt.cite-ref-12[12] Ăber Verluste in der ZivilbevĂślkerung liegen keine gesicherten Zahlen vor.
In den Jahren 1950 und 1952 wurden in der DDR bzw. in Brandenburg Verwaltungsgebietsreformen durchgefĂźhrt, wodurch es zur VergrĂśĂerung der Fläche des seit 1815 bestehenden Landkreises Spremberg kam. Der ab 1952 bestehende Kreis Spremberg gehĂśrte bis 1990 zum Bezirk Cottbus. 1971 beging Spremberg nach der falschen Tausendjahrfeier im Jahr 1893 die ebenfalls fälschlicherweise angenommene Siebenhundertjahrfeier der StadtgrĂźndung.
Am 28. Oktober 1989 kam es auch in Spremberg zu einer friedlichen Demonstration fĂźr eine politische Wende. Am 6. Mai 1990 fanden die ersten freien Kommunalwahlen statt. Bis zum 2. Oktober 1990 war die Stadt Garnison des Panzerregiments 14 âKarol Swierczewskiâ (Teil der 7. Panzerdivision der NVA), das tags darauf von der Bundeswehr Ăźbernommen wurde. Am 18. Juni 1992 fand der letzte Appell, zur AuflĂśsung des Standort Spremberg statt. Nach der Wiedervereinigung kam Spremberg zum Land Brandenburg. Am 6. Dezember 1993 wurde der Landkreis Spremberg in seiner damaligen Form aufgelĂśst und ging mit den Landkreisen Forst, Guben und Cottbus-Land im neuen Landkreis Spree-NeiĂe auf. Neue Kreisstadt wurde Forst (Lausitz). Durch Erlass des brandenburgischen Innenministers erhielt Spremberg mit Wirkung vom 1. Januar 2006 den Status einer Mittleren kreisangehĂśrigen Stadt.
Am 5. und 6. Juli 2014 war Spremberg unter dem Motto âDie Perle der Lausitzâ Ausrichter des 14. Brandenburg-Tages, an dem etwa 80.000 Besucher teilnahmen.cite-ref-13[13]
Eingemeindungen
Im Jahr 1946 wurden sechs Orte eingemeindet. Es folgten Jessen (1972), Pulsberg (1974), Roitz (1978), GroĂ Buckow und Stradow (1984), Radeweise-StrauĂdorf (1985), Klein Buckow (1987) sowie Wolkenberg (1991).cite-ref-14[14] Im Jahr 1998 wurden Schwarze Pumpe und Sellessencite-ref-15[15] sowie im Jahr 2002 weitere vier Gemeinden eingegliedert (Graustein, GroĂ Luja, Lieskau, TĂźrkendorf).cite-ref-16[16] Die vorerst letzte Eingemeindung erfolgte am 1. Januar 2016 mit Hornow-Wadelsdorf, die nun die selbstständigen Ortsteile Hornow und Wadelsdorf bilden.cite-ref-17[17]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| BĂźhlow | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Sellessen |
| Cantdorf | 1. Januar 1946 | |
| Graustein | 31. Dezember 2002 | |
| GroĂ Buckow | 1. Januar 1984 | |
| GroĂ Luja | 31. Dezember 2002 | |
| HaidemĂźhl | 1. Januar 2006 | Umsiedlungsort |
| Heinrichsfeld | 1. Januar 1946 | |
| Hornow-Wadelsdorf | 1. Januar 2016 | 2001 Zusammenschluss aus Hornow und Wadelsdorf |
| Jessen | 1. Januar 1972 | |
| Klein Buckow | 1. Januar 1987 | |
| Kochsdorf | 1. Januar 1946 | |
| Lieskau | 31. Dezember 2002 | |
| Muckrow | 1. Oktober 1938 | Eingemeindung nach Sellessen |
| Pulsberg | 1. Januar 1974 | |
| Radeweise | 1. Januar 1967 | Zusammenschluss mit StrauĂdorf zu Radeweise-StrauĂdorf |
| Radeweise-StrauĂdorf | 31. Dezember 1985 | |
| Roitz | 1. Mai 1978 | |
| SchĂśnheide | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Graustein |
| Schwarze Pumpe | 27. September 1998 | |
| Sellessen | 27. September 1998 | mit den bewohnten Gemeindeteilen BĂźhlow und Muckrow |
| Slamen | 1. Januar 1946 | |
| Stradow | 1. Januar 1984 | |
| StrauĂdorf | 1. Januar 1967 | Zusammenschluss mit Radeweise zu Radeweise-StrauĂdorf |
| Terpe | 27. September 1998 | gleichzeitig aus Schwarze Pumpe ausgegliedert |
| Trattendorf | 1. Januar 1946 | |
| TĂźrkendorf | 31. Dezember 2002 | |
| Weskow | 1. Januar 1946 | |
| Wolkenberg | 1. Januar 1991 | |
Ortsname
Spremberg liegt an der Spree, was sich nach konkurrierenden Annahmen Ăźbereinstimmend im vorderen Teil des Stadtnamens widerspiegelt. Während sich der hintere nach naheliegenden Vermutungen aber, etwa wie âSpree am Bergâ, von einem naheliegenden HĂźgel ableiten soll, gehen andere Annahmen davon aus, dass er dem sorbischen Wort Grodk (frĂźher auch Grod) â was kleine Burg bedeutet â entstammen mĂźsse, das noch heute fĂźr den Ort genutzt wird. Im Laufe der Zeit soll sich demnach daraus dann erst âSpreeburgâ und später âSprembergâ entwickelt haben.cite-ref-18[18] Eine weitere Erklärung ist, da die Stadt Spremberg auf einer Insel lag und von der Spree, die damals wesentlich mehr Wasser fĂźhrte und die Stadt schon von daher eine Burg oder Festung war, sich der Name âSpreebergâ, âSpreeburgâ eine kleine AnhĂśhe die aus der Spree hervorgeht, ableiten lässt.cite-ref-19[19]
Beim Ortsnamen der brandenburgischen Stadt Spremberg in der Niederlausitz kommt es zuweilen auch zu Verwechslungen mit der kleineren Spreestadt Neusalza-Spremberg in der Oberlausitz und umgekehrt.
BevĂślkerungsentwicklung
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]cite-ref-22[22], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Religion
⢠Evangelische Kreuzkirchengemeinde Spremberg
⢠Evangelische Michaelkirchengemeinde Spremberg
⢠Evangelische Auferstehungsgemeinde Spremberg
⢠Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten/Spremberg
⢠Landeskirchliche Gemeinschaft Spremberg
⢠Katholische Pfarrei St. Benno Spremberg
⢠Neuapostolische Kirche, Gemeinde Spremberg
⢠Apostelamt Jesu Christi K.d.Ü.R, Gemeinde Spremberg
⢠Evangelische Kirchengemeinde Schleife
⢠Evangelische Kirchengemeinden Graustein und Groà Luja
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung von Spremberg besteht aus 28 Mitgliedern und der hauptamtlichen BĂźrgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 fĂźhrte bei einer Wahlbeteiligung von 68,0 % (2019: 58,9 %) zu folgendem Ergebnis:cite-ref-23[23]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019 [ 24 ] | Sitze 2019 | | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 |
|---|---|---|---|---|---|
| AfD | 26,6 % | 7 | | 39,1 % | 11 |
| CDU | 25,0 % | 7 | | 21,7 % | 6 |
| SPD | 10,7 % | 3 | | 10,7 % | 3 |
| Die Linke | 11,8 % | 3 | | 0 6,9 % | 2 |
| Wählergruppe NATURA Spremberg | â | â | | 0 6,9 % | 2 |
| Unabhängige Wählergemeinschaft Spree-NeiĂe â WIR | 0 8,1 % | 2 | | 0 4,9 % | 1 |
| Wählergruppe Brandschutz | 0 3,0 % | 1 | | 0 4,3 % | 1 |
| Die Spremberger | 10,1 % | 3 | | 0 3,9 % | 1 |
| FDP | 0 1,9 % | 1 | | 0 1,5 % | 1 |
| BĂźndnis 90/Die GrĂźnen | 0 2,4 % | 1 | | â | â |
| Einzelbewerberin Marlies Kregelin | 0 0,3 % | â | | â | â |
| Insgesamt | 100 % | 28 | | 100 % | 28 |
Die Wählergruppe âDie Sprembergerâ trat 2019 unter dem Namen âDie Nächste Generationâ an.
Nach der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurden die folgenden Fraktionen gebildet: AfD (11 Sitze), CDU/FDP (7 Sitze), Die Linke/SPD (5 Sitze) sowie Natura/Brandschutz/UWG-SPN (4 Sitze). Der Stadtverordnete der Wählergruppe âDie Sprembergerâ ist fraktionslos.
BĂźrgermeister ab 1990
â
Hauptartikel
:
Liste der BĂźrgermeister von Spremberg
Der hauptamtliche Bßrgermeister wird nach § 74 (1) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes auf die Dauer von acht Jahren gewählt.cite-ref-25[25]
| Amtszeit | BĂźrgermeister | Bemerkung |
|---|---|---|
| Juni 1990 â Mai 2002 | Egon Wochatz (CDU) | |
| Mai 2002 â Oktober 2013 | Klaus-Peter Schulze (CDU) 1 | am 22. September 2013 in den Deutschen Bundestag gewählt |
| Oktober 2013 â Dezember 2013 | Christina SchĂśnherr ( parteilos ) | kommissarisch vom 9. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013 2 |
| Januar 2014 | Frank Kulik (parteilos) | kommissarisch vom 1. Januar 2014 bis 31. Januar 2014 |
| seit Februar 2014 | Christine Herntier (parteilos) | Gewinnerin der Stichwahl mit 61,8 % am 26. Januar 2014 gegen Hartmut HĂśhna (CDU), der 38,2 % erreichte. Amtsantritt war der 3. Februar 2014. [ 26 ] Gewinnerin der Stichwahl mit 60,4 % am 10. Oktober 2021 gegen Michael Hanko (AfD), der 39,6 % erreichte. [ 27 ] [ 28 ] |
Klaus-Peter Schulze war bis zum 8. Oktober 2013 offiziell im Amt. Durch seine Wahl in den
Deutschen Bundestag
Ăźber ein gewonnenes
Direktmandat
bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 ßbernahm mit Wirkung vom 13. Oktober 2013 Christina SchÜnherr als stellvertretende Bßrgermeisterin die Amtsgeschäfte.
Christina SchĂśnherr Ăźbergab zum 31. Dezember 2013, mit Eintritt in ihre
Altersteilzeit
, die Amtsgeschäfte des amtierenden Bßrgermeisters an den Leiter des Fachbereichs fßr Ordnung und Sicherheit, Frank Kulik, der diese bis zur Wahl einer neuen hauptamtlichen Bßrgermeisterin am 26. Januar 2014 ausßbte.
Wappen
Das Wappen wurde in seiner heutigen Form durch den Heraldiker Frank Diemar neu gestaltet und am 17. November 2000 genehmigt.
Dienstsiegel
Die Stadt Spremberg fĂźhrt Dienstsiegel in den GrĂśĂen 13 mm, 20 mm und 35 mm. In der Mitte des Dienstsiegel befindet sich das Stadtwappen. In einer Umschrift um das Wappen stehen in Kapitalschrift die Namen der Stadt und des Landkreises, zu dem die Stadt gehĂśrt.
Die FĂźhrung des Dienstsiegels ist dem BĂźrgermeister vorbehalten. Er kann weitere Beamte und Angestellte mit der FĂźhrung des Dienstsiegel beauftragen, wobei dann die Dienstsiegel mit fortlaufenden arabischen Ziffern nummeriert werden.cite-ref-32[32]
Flagge
Die Flagge der Stadt Spremberg ist dreistreifig Rot-WeiĂ-GrĂźn mit dem den Mittelstreifen Ăźberdeckenden Stadtwappen. Der rote Streifen befindet sich an der Spitze des Fahnenstockes, bei Wimpeln auf der linken Seite.cite-ref-33[33]
Städtepartnerschaften
⢠Kanada Grand Forks in Kanada (seit dem 3. Juni 1999)
⢠Russland Schelesnogorsk in Russland (seit dem 29. April 2016)
SehenswĂźrdigkeiten und Kultur
Siehe auch
:
Liste der Baudenkmale in Spremberg
Historischer Stadtkern
Der historische Altstadtkern von Spremberg befindet sich eng begrenzt auf der Spreeinsel im Zentrum der Stadt. Der Bestand an historischen Gebäuden wurde in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder durch mehrere Stadtbrände, Kriege und zuletzt auch durch unterlassene Sicherung und Sanierung zu DDR-Zeiten beeinträchtigt und vermindert. Noch in den Jahren 1988/1989 wurden auf Grundlage des sozialistischen Wohnungsbauprogramms ganze StraĂenzĂźge in der Altstadt, zum Beispiel in der TĂśpferstraĂe, abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt.
Kreuzkirche
â
Hauptartikel
:
Kreuzkirche (Spremberg)
Die evangelische Kreuzkirchecite-ref-35[35] ist eine spätgotische, dreischiffige Backstein-Hallenkirche, fßr die als Baujahr 1509 angenommen wird. Diese Annahme beruht auf der in einen Pfeiler der Apsis eingeritzten Jahreszahl. Die Kreuzkirche ist ein Nachfolgebau, teilweise errichtet auf den Fundamenten eines spätromanischen Vorgängerbaues. Dieser Kirchenbau war jedoch wesentlich kleiner. Dadurch haben die ältesten Bestandteile der jetzigen Kirche in Bauart und Bauausfßhrung Merkmale des 13. und 14. Jahrhunderts.
Der Kirchturm wurde als freistehendes Einzelbauwerk direkt neben dem Vorgängerbau errichtet. Dies kann man an zugemauerten Fenstern und Ăffnungen im Nord- und SĂźdosten erkennen. Der Kirchturm hat in seinem unteren Bereich eine Wandstärke von etwa 2,6 Metern. Am 21. August 1604 brannte die Kirche bei einem Stadtbrand vollständig aus. 1660 stiftete Seyfried von Kittlitz den noch vorhandenen Altar. Der achteckige barocke Kirchturmaufsatz entstand im Jahr 1732 in seiner jetzigen Form, nachdem sein Vorgänger dem groĂen Stadtbrand vom 30. Juli 1705 zum Opfer gefallen war. Die Kosten Ăźbernahm Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg als damaliger Patronatsherr der Kirche.
Das ĂuĂere der Kirche wurde im Laufe der Jahre mehrmals geändert. 1731 bis 1734 wurde die Kirche innen und auĂen instand gesetzt und das gesamte Gebäude grau verputzt. Am 9. Juni 1735 beschädigte ein Blitzschlag Kirche und Kirchturm schwer. 1897/1898 wurde auf Grundlage eines âWiederherstellungs-Entwurfesâ die Kirche abermals vollständig saniert und teilweise umgebaut und die ursprĂźngliche Backsteinoptik durch Entfernen des bei der vorhergehenden Generalinstandsetzung aufgebrachten Putzes wiederhergestellt. Die Kämpfe um Spremberg um den 20. April 1945 Ăźberstand die Kirche relativ unbeschadet. Trotzdem waren Schäden am Kirchenschiff und Kirchturm zu verzeichnen. Notwendige Reparaturen wurden in den folgenden Jahren wegen der Materialknappheit nur provisorisch ausgefĂźhrt.
Bauuntersuchungen in den Jahren 1996 und 1997 ergaben, dass sich groĂe Teile der Kirche und des Kirchturmes in einem desolaten Zustand befanden. 1997 bis 2001 wurde deshalb das Kirchengebäude einer Generalrenovierung unterzogen. Seit dem 1. Mai 2002 ist eine 1736 auf Veranlassung von Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg eingebaute Turmstube im oberen Bereich des Kirchturmes, die ursprĂźnglich als Wohnraum fĂźr den Turmwächter vorgesehen war, fĂźr besondere Anlässe nutzbar gemacht.
Die Orgel der Kreuzkirche wurde 1898 von dem Orgelbauer Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) erbaut. 1971 wurde die Disposition geändert. Das Kegelladen-Instrument ist mit Barkermaschinen ausgestattet und hat 30 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen pneumatisch.
Wendische Kirche
â
Hauptartikel
:
Wendische Kirche (Spremberg)
Am Kirchplatz nĂśrdlich der Kreuzkirche befindet sich das Gemeindehaus der Kreuzkirchgemeinde. UrsprĂźnglich stand an dieser Stelle eine am 30. Juni 1705 durch den groĂen Stadtbrand vernichtete âSorbische Landkircheâ, die auch Wendische Kirche genannt wurde. Diese Kirche war im Jahr 1676 auf Kosten von Ursula von Kittlitz errichtet worden, da fĂźr sorbische Christen in den benachbarten DĂśrfern keine Kirche vorhanden war. Der Nachfolgebau, fĂźr den am 30. Juli 1710 der Grundstein gelegt wurde, war geprägt von erheblichen Geldsorgen, so dass die Fertigstellung erst im Jahr 1735 erfolgte. Im April 1834 musste dieser Nachfolgebau wegen akuter Einsturzgefahr wieder abgebrochen werden.
1835 wurde ein Neubau im klassizistischen Stil errichtet, der mit seiner Nordfront teilweise auf dem Fundament der ehemaligen Stadtmauer steht. Die Pläne stammen von Karl Friedrich Schinkel. Als Nachweis gelten seine Pläne fĂźr eine Normkirche in PreuĂen.
Im Jahr 1901 wurde die Kirche durch den Einbau einer Orgel des Hoforgelbaumeisters Wilhelm Sauer komplettiert.
1966 wurde die Wendische Kirche durch den Einbau einer Zwischendecke zum Gemeindehaus umgebaut. Im Obergeschoss befindet sich nun ein Gottesdienstsaal, während im Untergeschoss zahlreiche Gemeinderäume nutzbar sind.
1993/1994 wurde das Gemeindehaus unter Beachtung der EntwĂźrfe von Schinkel umfassend saniert.cite-ref-36[36]
Evangelische Auferstehungskirche
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Hauptartikel
:
Dorfkirche Pritzen
Die Evangelische Auferstehungskirche in Spremberg war einst die mittelalterliche Dorfkirche des zwanzig Kilometer entfernt liegenden Dorfes Pritzen bei AltdÜbern, die 1988 dem vorrßckenden Braunkohletagebau Greifenhain weichen musste. Die kulturhistorisch wertvolle Kirche konnte aber dank dem Engagement von Denkmalschßtzern und Mitgliedern der Kirche trotz der beschlossenen Devastierung des Ortes gerettet werden. Das Gotteshaus wurde, beginnend im Frßhjahr 1988, nach denkmalpflegerischen Aspekten abgebaut und vorerst in der Nähe von Vetschau zwischengelagert.
Nach vielen Diskussionen um einen neuen Standort, konnte man sich schlieĂlich auf einen Standort in Spremberg in unmittelbarer Nähe des Waldfriedhofs einigen. Die Pritzener Kirche war damit die erste und einzige ihrer Art in der damaligen DDR, die trotz der beabsichtigten Devastierung des Ortes erhalten werden konnte. Im Dezember 1991 wurde am neuen Standort mit dem Wiederaufbau begonnen und am Ostermontag, dem 4. April 1994, konnte die ehemalige Pritzener Dorfkirche als Evangelische Auferstehungskirche Spremberg feierlich eingeweiht werden.cite-ref-37[37]
Aufgrund geänderter Marktbedingungen wurde der Tagebau vorzeitig geschlossen und Pritzen nicht vollständig devastiert. Dort steht heute der Glockenturm der Kirche des devastierten Dorfes Wolkenberg, dessen Flur seit 1991 zur Stadt Spremberg gehÜrt.cite-ref-38[38]
Katholische Kirche St. Benno
Die katholische Kirche St. Benno ist ein schlichter neogotischer Backsteinbau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde im Innern mehrfach umgestaltet und zeigt heute nur von auĂen ein weitgehend bauzeitliches Erscheinungsbild.
Sonntagsches Haus
Nordwestlich der Kreuzkirche in der BurgstraĂe befindet sich das älteste Wohnhaus der Stadt Spremberg. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dieses Haus nach seiner letzten Bewohnerin Frau Sonntag als âSonntagsches Hausâ bezeichnet. Es handelt sich um einen schlichten Fachwerkbau, der noch vor dem groĂen Stadtbrand im Jahr 1705 errichtet wurde und hierbei unversehrt blieb. Seit 1705 hat es keine groĂen Ănderungen am Haus gegeben.cite-ref-39[39]
Bei 1993 erfolgten Holzuntersuchungen wurde als Erbauungsjahr 1580 bestimmt. Es ist jedoch anzunehmen, dass das Haus in seiner mehr als 400 Jahre alten Geschichte teilweise erneuert wurde (so vermutlich zwischen 1650 und 1700 nach dem DreiĂigjährigen Krieg). Die älteste Wand (Giebelwand ostseitig), aus der der untersuchte Balken stammte, ist in Lehm-Staken-Bauweise errichtet. Bei den anderen AuĂenwänden ist das Erdgeschoss massiv gemauert und die Gefache im Obergeschoss sind mit Ziegeln gefĂźllt. Der nach Norden angrenzende Innenhof des Hauses befindet sich direkt an der ehemaligen Stadtmauer, welche die gesamte Innenstadt umgab.
Nach 1990 erwarb der damalige Kreis Spremberg das Haus und begann im Jahr 1992 mit ersten Sicherungs- und SanierungsmaĂnahmen. Eine erste MaĂnahme war das Entfernen des im 19. Jahrhundert aufgebrachten Putzes, um das Fachwerk wieder sichtbar zu machen. Dabei wurde der schlechte Zustand des Holzes offenkundig. In aufwendigen Sanierungsarbeiten wurde das Fachwerk in der SĂźdseite teilweise, in der West- und der Nordseite einschlieĂlich Erker vollständig erneuert. Ein aus dem 19. Jahrhundert stammender Anbau im Hof wurde abgerissen. Die SanierungsmaĂnahmen wurden im Jahre 1994 abgebrochen, bevor die Arbeiten im Innern des Hauses begonnen hatten. Als Hauptgrund werden die Auswirkungen der Kreisgebietsreform und die damit verbundene Finanzierungsfrage angesehen. Eine bei Sanierungsbeginn vorgesehene Nutzung als Ausstellungsräume war bei dem bestehenden Sanierungsstand nicht mĂśglich.
Im Jahr 1997 wurde seitens des neuen Landkreises Spree-NeiĂe die Hofmauer wegen Einsturzgefahr erneuert und bei der Gelegenheit die Nebengebäude im Hof (Stall und Schuppen) abgerissen. Nach mehreren EigentĂźmerwechseln, bei denen es zu keinen weiteren SicherungsmaĂnahmen kam, erwarb im Jahr 2012 eine Interessengemeinschaft Sonntagsches Haus Spremberg das nach fast zwanzig Jahren Leerstand wieder stark sanierungsbedĂźrftige Gebäude. Diese Interessengemeinschaft sonntagsches-haus.de hat sich zum Ziel gesetzt, das Haus und seinen Innenhof nach denkmalrechtlichen und bautechnischen Gesichtspunkten behutsam zu sanieren und der Ăffentlichkeit zugänglich zu machen. Am 7. Dezember 2013 war es der Ăffentlichkeit erstmals mĂśglich, zum Tag der offenen TĂźr das Haus zu besichtigen.
Am 28. August 2014 wurde das Engagement der Interessengemeinschaft durch das Ministerium fĂźr Landwirtschaft und Infrastruktur des Landes Brandenburg im Rahmen des 5. Innenstadtwettbewerbes Altstadthelden gesucht mit einem Sachpreis in HĂśhe von 4000 Euro gewĂźrdigt.cite-ref-40[40]
Viele der Gebäude des historischen Stadtkernes stehen an der Langen StraĂe, beginnend am Markt mit dem Spremberger Rathaus.
Rathaus
Das Rathaus wurde immer wieder von verheerenden Stadtbränden in Mitleidenschaft gezogen oder vollständig zerstĂśrt. Ăber Vorgängerbauten vor dem groĂen Stadtbrand von 1705 ist wenig Ăźberliefert. Sicher ist nur, dass die GrĂśĂenverhältnisse des Vorgängerbaues in etwa dem jetzigen Gebäude entsprachen. Man errichtete das Rathaus 1706 zunächst wieder als turmlosen Neubau im Barockstil. 1720 erfolgte auf den noch vorhandenen Fundamenten der Turmanbau. 1790 wurde das Rathaus im klassizistischen Stil umgebaut. 1899 erfolgte eine Grundsanierung des Gebäudekomplexes. Dabei wurde der Stil der AuĂenfassade abermals verändert. Die AuĂenfassade des Rathauses wurde im Stil der Renaissance umgebaut, der Rathausturm behielt sein barockes Aussehen. 1933/1934 wurden Rathaus und Rathausturm einheitlich zu ihrer jetzigen Form gestaltet und angrenzende Gebäude nach und nach in den Rathauskomplex einbezogen. Das Rathaus hat jetzt an der Marktseite und der Seite zur Langen StraĂe gleich lange Fronten. Im Innenbereich ist noch am unterschiedlichen FuĂbodenniveau gut zu erkennen, dass es sich ursprĂźnglich um fĂźnf GrundstĂźcke mit Wohnbauten handelte. Während der Kämpfe im April 1945 und durch nachfolgende Brandschatzung wurde fast die gesamte Bebauung des Marktplatzes zerstĂśrt. Nur das Rathaus Ăźberstand diese Zeit fast vĂśllig unbeschadet. In den Jahren 1993 bis 1997 wurde das Rathaus grundsaniert und ist als geschlossene Einheit wiedererstanden.
BĂźrgerhaus
Das BĂźrgerhaus Spremberg ist, in seiner ersten Umbauphase, ein aus dem Umbau des Arbeiterwohnheims (AWH) entstandenes modernes Gebäude am Marktplatz. Der Plattenbau wurde dabei bis auf seine Grundstruktur zurĂźckgebaut und das Gebäude neu errichtet. Besonders auffällig und bisher einmalig in Deutschland war, dass Wand- und Dachflächen ineinander Ăźbergehend im selben Material ausgefĂźhrt und farblich gleich gestaltet sind.cite-ref-41[41] Im BĂźrgerhaus waren verschiedene Ămter der Stadt, das FremdenverkehrsbĂźro und ein Backshop untergebracht.
Nach nur knapp 10 Jahren Nutzung waren die Mängel am sanierten BĂźrgerhaus so gravierend, das es wegen Gefahr in Verzug, im 3. Quartal 2019 komplett leer gezogen werden musste. Im 3. Quartal 2022 wurde dann mit dem RĂźckbau und dem anschlieĂenden Wiederaufbau begonnen. Die Gestaltung des nun zweiten Umbaus fand unter aktiver BĂźrgerbeteiligung statt. Im März 2025 fand mit dem Wiedereinzug der Bäckerei Filiale die offizielle Wiedereinweihung statt.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]
An der Ăstlichen Mauer des BĂźrgergartens hinter dem BĂźrgerhaus wurde zum 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Szprotawa in Polen und Spremberg im Zuge des Heimatfestes ein groĂes Wandbild enthĂźllt. Das etwa 10 Meter lange Bild, welches aus mehreren Elementen besteht und dann auf der Wand montiert ist, wurde von sechs KĂźnstlern aus beiden Ländern gestaltet. Dies waren Dominik Dziedzina aus PoznaĹ, Artur Marciszyn aus ĹťagaĹ, Agnieszka SkowroĹska aus Lubsko, Klaus Wende, Silvia Willig-Nowak und Cornelia Hansche aus Spremberg. Auf dem Bild sind verschiedene SehenswĂźrdigkeiten beider Städte dargestellt und bilden diese in kĂźnstlerischer Freiheit, auch abweichend von den eigentlichen Standorten ab. Das Bild stellt folgendes dar:
Spremberger Seite: (von rechts) Stadtwappen Spremberg, Sinapius Villa, Bismarckturm Spremberg, Bullwinkel mit Bullwinkel Brunnen, Kreuzkirche, Rathaus Spremberg, BahnhofsbrĂźcke
Kavalierhaus
Das Kavalierhaus auf der rechten Seite der Langen StraĂe in Richtung Westen ist ein 1706 im barocken Stil erbautes Gebäude, das auf GeheiĂ von Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg fĂźr seine Gäste errichtet und bis zu seinem Tod fĂźr diesen Zweck genutzt wurde.
Eine Inschrift am Eingangsportal weist darauf hin. Ab 1737 wurde das Gebäude als Gaststätte und von 1855 bis 1883 als Postamt genutzt. Als nächster und derzeitiger Nutzer zog die Sparkasse in das Gebäude ein. In den Jahren 1994â1997 wurde das Gebäude aufwändig saniert und rekonstruiert. Diese Sanierung kam fast einem Neubau gleich. Bis auf das historische Eingangsportal, das unter erheblichem Aufwand gesichert werden musste, konnten groĂe historische Teile nicht gerettet werden und entstanden vĂśllig neu. Heute ist das Kavalierhaus wieder eines der markantesten Gebäude in der StraĂe.
Bullwinkel
Bullwinkel ist eine Bezeichnung, die sich im Laufe der Jahre im Sprachgebrauch der Spremberger durchgesetzt hat. UrsprĂźnglich hieĂ dieser kleine Platz Stiller Winkel. Nachdem um 1830 dort der Stadtbulle befestigt worden war, änderte sich die Bezeichnung. Am 19. August 1995 wurde zum Spremberger Heimatfest ein von der VolkskĂźnstlerin Irmgard Kuhlee gestalteter und vom ansässigen Schmiedemeister Herwert Lohr in Feldsteinoptik gefertigter Bullwinkelbrunnen eingeweiht, an dem drei groĂe BullenkĂśpfe angebracht sind. Bei feierlichen Anlässen, zum Beispiel dem Spremberger Heimatfest, besteht die MĂśglichkeit, aus den NĂźstern einer dieser KĂśpfe Bier zu zapfen.
Burglehnhaus
Das Burglehnhaus in der Langen StraĂe ist das letzte erhaltene von ehemals fĂźnf Burglehnhäusern der Stadt. Besitzer von Burglehnhäusern oder BurglehngrundstĂźcken genossen viele Vorteile, so waren sie z. B. von Steuern und Abgaben befreit, konnten aber alle BĂźrgerrechte in Anspruch nehmen. Die VergĂźnstigungen, die auch immer wieder zu Streit zwischen den Besitzern und der Stadt gefĂźhrt hatten, wurden 1826 (nach anderen Angaben 1860) gestrichen.
1607 Ăźbernahm Amtmann Adam Leupold das GrundstĂźck von Siegesmund von Kittlitz, dem damaligen Besitzer der Stadt, als bĂźrgerliches Lehen. Dabei handelte es sich noch nicht um das jetzige Gebäude. Erst 1706, nach dem groĂen Stadtbrand, wurde das Wohnhaus errichtet. 1853 verkauften die Erben das Lehen an den Tuchmacher Louis MĂźller, der es 1860 an den Kaufmann Heinrich Julius Schmidt weiter veräuĂerte. Seit dieser Zeit befindet sich das ehemalige Burglehen im Besitz der Familie Schmidt. Im Laufe der Jahre wurde es immer wieder den jeweiligen Erfordernissen angepasst und umgebaut. Heute dient es als Wohn- und Geschäftshaus.
Postgebäude
Das Postgebäude ist ein von 1882 bis 1883 vom Spremberger Bauunternehmer Mittag errichteter Backsteinbau mit angegliedertem Isolatorenturm. Baubeginn war im September 1882, die Rohbauabnahme war am 1. April 1883 nach siebenmonatiger Bauzeit. An seiner Stelle befand sich zuvor eines der fßnf Burglehnhäuser. Am 16. April 1883 fand die feierliche Einweihung des Kaiserlichen Postamts unter Beteiligung des Generalpostmeisters des Deutschen Reiches, Heinrich von Stephan, statt. Am 3. Januar 1890 wurde mit dem Telefon-Ortsnetz der Isolatorenturm in Betrieb genommen, an dem die damals noch durchweg oberirdisch verlaufenden Telefonleitungen von den jeweiligen Teilnehmern in der Stadt zusammenliefen. Der Isolatorenturm ist einer der wenigen erhaltenen Tßrme dieser Art in Deutschland.
Nach der politischen Wende in der DDR, wurde das Postgebäude an einen privaten EigentĂźmer verkauft und wechselte danach noch mehrmals den Besitzer. Die Deutsche Post AG und die Postbank blieben aber weiter Untermieter im Gebäude. Das erste Obergeschoss des Gebäudes wurde seitdem nicht mehr genutzt. Mit dem Verkauf begann auch der schleichende Verfall des gesamten Gebäudes. Das mit Papp-Schindeln gedeckte Dach war in groĂen Teilen mit Planen Ăźberspannt oder notdĂźrftig repariert. An der äuĂeren Fassade brachen immer wieder Teile der vorhandenen Schmuckelemente ab, so dass die Fassade an vielen Stellen mit Netzen notdĂźrftig gesichert wurde.
Am 16. August 2017 wurde das gesamte Postgebäude, ohne vorherige Ankßndigung und während des normalen Filialbetriebs, fßr den Besucherverkehr gesperrt.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46] Das Gebäude galt seitdem im Innenbereich als einsturzgefährdet und durfte nicht mehr betreten werden. Die Deutsche Post AG und die Postbank kßndigten daraufhin ihr Mietverhältnis fristlos.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]
Erst nach der SchlieĂung des Gebäudes im August 2017 wurden dann im November 2017 die dringend notwendigen Reparaturarbeiten an der Fassade und am Dach durchgefĂźhrt. Die Deutsche Post AG und auch die Postbank sahen aber trotz der erfolgten ersten Reparaturen keine Zukunft mehr fĂźr sich in diesem Gebäude.cite-ref-49[49] Im Dezember 2017 wurde dann bekannt, dass der aktuelle EigentĂźmer nunmehr nur noch das Erdgeschoss zur Vermietung anbietet und in den Obergeschossen Wohnungen entstehen sollen.cite-ref-50[50]
Gegenßber dem Postgebäude befinden sich an der Johannisgasse letzte Teile der frßher die gesamte Stadt umgebenden Stadtmauer. Auch das Postgebäude steht teilweise auf Resten der Stadtmauer und des ehemaligen Westtors.
Stadtpark
Der Stadtpark ist eine groĂe, parkähnliche Anlage innerhalb des Stadtgebietes. Er geht auf den städtischen Friedhof (Georgenbergfriedhof) zurĂźck, der 1828 vor den Toren der Stadt angelegt wurde. Inmitten dieses Friedhofes befand sich die St.-Georg-Kapelle, ein kleiner Kirchenbau aus dem 13. Jahrhundert. 1872 stellte man auf dem jetzigen Aussichtsplateau ein Kriegerdenkmal fĂźr die Gefallenen des Deutsch-FranzĂśsischen Krieges von 1870/1871 auf.
Eingangsportal Georgenberg-Friedhof
â
Hauptartikel
:
Eingangsportal Georgenberg-Friedhof (Spremberg)
Die Zufahrt zum alten Georgenberg Friedhof erfolgte ursprĂźnglich Ăźber einen schmalen mit Kopfsteinpflaster erstellten Weg, der rechts von der GeorgenstraĂe kurz vor der Kirschallee abzweigte. Den Zugang bildete ein Eingangsportal, welches vermutlich mit dem Anlegen des Friedhofs im Jahr 1828 errichtet wurde. Das Eingangsportal bestand dabei aus zwei schlichten gemauerten Säulen, die von je einem Kreuz gekrĂśnt waren und durch ein schlichtes Holztor verschlossen werden konnte. Beide Säulen waren dabei mit einem Querband mit der Aufschrift âRUHESTAETTEâ verbunden. 1865 wurden an den Eingangspfeilern Spruchtafeln angebracht, die folgende SprĂźche zitierten, an der linken Säule âWas Ihr jetzt seid, das waren wirâ und an der rechten Säule âWas wir jetzt sind, das werdet Ihr.â Diese Zitate sind dabei offensichtlich, von der Legende âDie drei Lebenden und die drei Totenâ abgewandelt worden.
Vermutlich mit der Umgestaltung des Georgenberg Friedhof in einen Park in den 1970er Jahren wurden das in einem vĂśllig desolaten Zustand befindliche Eingangsportal bis auf die Fundamente abgerissen. Im Jahr 2017 wurde durch den âLAGA Spremberg e. V.â das im Flächendenkmal Georgenberg befindliche Eingangsportal komplett wiederaufgebaut und konnte am 21. Dezember 2017 fertiggestellt werden.
1893 wurde auf den Fundamenten des 1875 abgetragenen Pulverturmes, der zur Aufbewahrung von Pulver- und Bleivorräten gedient hatte, der nach dem langjährigen Vorsitzenden des Spremberger âVerschĂśnerungsvereinâ Kreisgerichtsdirektor und Geheimer Justizrat August Friedrich Ferdinand Seemann benannte âSeemann-Pavillonâ errichtet, ein nach allen Seiten offenen Ăźberdachten Pavillon.
1901 fertigte der Kunstschmied Hugo Richter aus Dankbarkeit fĂźr seinen verstorbenen Adoptivvater ein Rosengitter an, das dessen Grabstätte umgab. Bis vor wenigen Jahren nahm man an, das Rosengitter sei 1900 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert worden. Nach neuesten Erkenntnissen ist diese Ăberlieferung falsch. Nachdem das Rosengitter in den letzten Jahren immer wieder blinder ZerstĂśrungswut zum Opfer gefallen war, sah sich die Stadt gezwungen, es aus dem Stadtpark zu entfernen. Nach aufwändiger Restaurierung durch einen ortsansässigen Kunstschmied erhielt es im Garten des Niederlausitzer Heidemuseums im Schloss Spremberg einen neuen Platz.
In den Jahren 1902 und 1903 wurde auf dem Gelände des Georgenbergs der Bismarckturm errichtet.
Bismarckturm
Der Bismarckturm in Spremberg wurde zur Erinnerung an den 1898 verstorbenen âEisernen Kanzlerâ Otto von Bismarck am steil aufsteigenden Georgenberg innerhalb des Stadtgebiets als Aussichtsturm nach Plänen des Gubener Architekten Johannes RĂśmmler errichtet. Der Turm ist auch aus groĂer Entfernung gut sichtbar.
Der VerschÜnerungsverein fasste auf seiner Generalversammlung am 1. April 1901 den Beschluss, in Spremberg einen Bismarckturm zu errichten. Hierzu wurde ein Bismarckkomitee gegrßndet, das am 13. April im Hotel Rautenkranz erstmals tagte und einen Spendenaufruf startete. Am 1. April 1902 erfolgte die Grundsteinlegung auf dem Georgenberg. Den Auftrag fßr den Bau erhielt das Baugeschäft Gundermann, der ihn auf Grund eines Streiks seiner Arbeiter nicht ausfßhren konnte. Daher wurde sein Konkurrent Wilhelm Handrick mit der Errichtung beauftragt.cite-ref-scheer-51-0[51] Das Richtfest feierte man am 18. Oktober (dem offiziellen Jahrestag der VÜlkerschlacht bei Leipzig); der Termin fßr die Einweihung am 2. September (Sedantag) wurde nicht eingehalten. Die Fertigstellung erfolgte bis zum 1. April 1903 (Bismarcks 88. Geburtstag). Die Feierlichkeit bestand aus drei Abschnitten: Um 16 Uhr weihte man den Turm ein, um 17:30 Uhr fand ein Festessen im Hotel Sonne statt und ab 20 Uhr fßhrte man im Gesellschaftshaus eigens fßr den Tag komponierte Gesangsstßcke auf.cite-ref-flyer-52-0[52]
Der Turm besteht aus Ziegel-Mauerwerk und ist mit Natursteinquadern verblendet. Er besitzt zwei Aussichtsplattformen, von denen die obere als Krone ausgeformt ist. Seine HÜhe beträgt 20,74 Meter. An der Rßckfront befindet sich ein runder Anbau. Innerhalb des Turms erreicht man beide Plattformen ßber eine eiserne Wendeltreppe.
Am oberen Ende des Turms befindet sich eine Feuerschale, in der jeweils zu Bismarcks Geburtstag â zeitgleich mit allen BismarcktĂźrmen im Deutschen Reich â ein weithin sichtbares Feuer entzĂźndet wurde. An der Vorderseite ist Ăźber der EingangstĂźr das Familienwappen der Bismarcks aus LĂśbejĂźner Porphyr mit drei Eichenblättern und einem Kleeblatt angebracht. Unter der ersten Plattform umgibt ein 60 Zentimeter hohes Mosaik-Schriftband mit dunkler Schrift auf Goldgrund um den gesamten Turm. Es zeigt, unterteilt in vier Abschnitte, die Inschrift âWir Deutsche | fĂźrchten Gott | sonst nichts | auf der Weltâ, ein Ausspruch Bismarcks von 1888 vor dem Reichstag, der komplett lautet: âWir Deutsche fĂźrchten Gott und sonst nichts auf der Welt und diese Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen lässtâ.
Die Wirren des Zweiten Weltkriegs Ăźberstand der Bismarckturm schadlos. Auf Anordnung des damaligen Landrats wurde allerdings die Kanone vor dem Turm entfernt, die das IV. Reserve-Husarenregiment am 23. August 1914 in der Schlacht bei Longwy von der franzĂśsischen Armee erbeutet hatte und die am 15. Juli 1916 vor dem Turm aufgestellt worden war.cite-ref-flyer-52-1[52]cite-ref-53[53]
Der Bismarckturm wurde danach zum eigentlichen Wahrzeichen der Stadt Spremberg. Am 26. Juni 1950 wurde er in Ernst-Thälmann-Turm und am 21. Mai 1951 in Georgenbergturm umbenannt. Nach der politischen Wende erhielt er 1991 wieder seinen alten Namen. Am 1. April 2003 fand unter groĂer Anteilnahme der Spremberger BevĂślkerung die 100-Jahr-Feier des Bismarckturms statt. Als Ehrengast nahm Friedrich von Bismarck, ein Ur-UrgroĂneffe von Otto von Bismarck, daran teil.
Am 15. April 2011 wurde mit einer Generalinstandsetzung des Turms begonnen. Besonders die Fugen der Naturstein-Verblendung hatten in den Jahren unter den WitterungseinflĂźssen erheblich gelitten. Diese und viele weitere MaĂnahmen konnten mit einer Gesamtinvestitionssumme von 180.000 Euro, wobei 160.000 Euro aus dem Europäischen Fonds fĂźr Regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt wurden, in den folgenden zwĂślf Monaten abgeschlossen werden. Am 5. Mai 2012 wurde der Bismarckturm feierlich wiedererĂśffnet.
Heldenehrenmal
Nach Ende des Ersten Weltkrieges wollte die Stadt Spremberg wie viele andere Städte im Reich ihrer Gefallenen in wĂźrdiger Form mit einem Heldenehrenmal gedenken. Bereits 1919 bildete man dafĂźr einen entsprechenden Denkmalausschuss. Erste und vordringlichste Aufgabe des Ausschusses war, Geld fĂźr ein Ehrenmal zu sammeln. Innerhalb kĂźrzester Zeit konnten so 60.000 Mark bereitgestellt werden. Viel schwieriger als die finanziellen Fragen erwiesen sich die unterschiedlichen Ansichten der Stadtverordneten Ăźber die Form und den genauen Standort des Ehrenmals. Lange Zeit konnte man sich nicht einigen, so dass die Pläne schlieĂlich aufgegeben werden mussten, da die Inflation, die zu dieser Zeit immer grĂśĂere AusmaĂe annahm, das gesammelte Geld immer weiter entwertete.
Nach Ende der Inflation besann man sich wieder auf die Pläne und sammelte wiederum fßr ein Ehrenmal. Diesmal konnten sich die Stadtverordneten auf einen vorgelegten Entwurf von Regierungsbaurat Jung und Architekt Keller einigen. Als Standort wurde eine Fläche unterhalb des Bismarckturmes als wßrdig befunden und parteißbergreifend beschlossen.
Am 13. August 1927 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Aber schon nach kurzer Bauzeit bemerkte man, dass die ursprĂźnglichen Kostenvoranschläge nicht eingehalten werden konnten, so dass es noch in der Bauphase zu Ănderungen des Entwurfs kam. Die gesammelten 40.000 Mark reichten nicht, um alle geplanten Arbeiten auszufĂźhren. Um das Ehrenmal dennoch fertigstellen zu kĂśnnen, entschied man sich, die geplanten Bronzetafeln mit den 684 Namen der Gefallenen, deren Kosten sich allein auf 12.000 Mark beliefen, vorerst aus Eichenholz zu fertigen. Trotzdem konnte erst nach fĂźnf Jahren Bauzeit am 21. Februar 1932 das Heldenehrenmal feierlich eingeweiht werden. Am 30. März 1935 wurden dann, wie in den ursprĂźnglichen Plänen vorgesehen, die Holztafeln durch Bronzetafeln ersetzt. Die Bronzetafeln wurden mit einer grĂźnlichen kĂźnstlichen Patina versehen, so dass die erhabenen glänzenden Buchstaben gut sichtbar waren.
1958 wurde das Heldenehrenmal in eine Gedenkstätte fĂźr die Opfer des Faschismus umgewidmet. Dabei wurden die vier auf der Nordseite in die Wand eingelassenen Bronzetafeln beseitigt und die Flächen mit Lausitzer und Schlesischem Granit verkleidet. Die Inschriften auf dem zentralen Granitblock, die auf der SĂźdseite âUNSERN GEFALLENENâ und auf der Nordseite âSIE WERDEN AUFERSTEHENâ lauteten, wurden ebenfalls entfernt. An den beiden Seitenwänden des Ehrenmals wurden Bronzereliefs des Bildhauers Heinz Mamat angebracht, die den Leidensweg von Antifaschisten thematisieren. Seine Bronzefigur StĂźrzender auf dem zentralen Granitblock und zwei Tafeln mit Namen von Widerstandskämpfern, die 1987 hinzugefĂźgt worden waren, wurden 1991 entfernt und eingelagert. Die Inschrift im Sockel nennt nun 17 Namen von Opfern des Widerstandskampfes. Nach Reparatur der bei Vandalismus beschädigten und darauf eingelagerten Figur StĂźrzender wurde diese wieder, im Jahr 2009, auf den zentralen Granitblock aufgestellt.
Im September/Oktober 2009 wurde die Gedenkstätte fßr die Opfer des Faschismus fßr 122.000 Euro umfassend saniert und die 1991 entfernte Figur Stßrzender wieder aufgestellt.
Am 15./16. Januar 2011 kam es unterhalb der Gedenkstätte durch die seit Wochen anhaltenden Niederschläge zu Hangrutschungen, die das gesamte Areal gefährdeten.cite-ref-54[54] Lange Zeit konnte man sich in den unterschiedlichen Ausschßssen ßber die notwendigen Sanierungen am abgerutschten Hang nicht einigen.cite-ref-55[55] Am 25. Juni 2014 wurde der abgerutschte Bereich nach einer eher kleinen Sanierung wieder freigegeben. Anfängliche Kostenschätzungen gingen davon aus, dass eine Sanierung nicht unter 350.000 Euro mÜglich ist. Die gewählte Minimalvariante kostete lediglich 58.000 Euro.cite-ref-56[56] Erst in den Jahren 2021 bis 2022 konnte der gesamte Bereich des abgerutschten Hanges am Georgenberg umfangreich gesichert und wiederhergestellt werden.
Pavillon Sängerblick
Im Jahr 1931 wurde in unmittelbarer Nähe des Bismarckturmes, Ăśstlich davon, der vom Spremberger âMännergesangsverein 1835â gestiftete Pavillon Sängerblick errichtet. Er wurde etwa 18 Meter Ăźber der BahnhofstraĂe auf einem massiven verklinkerten Fundament in den Hang des Georgenberges gebaut, bestand aus Holz und war nach allen Seiten offen. Ihn krĂśnte eine gewĂślbte, metallgedeckte Kuppel. Vom Pavillon aus konnte man damals, als die Bepflanzung der kĂźnstlich geschaffenen Hänge des Georgenberg noch von geringer HĂśhe war, die Stadt Ăźberblicken. Die offizielle Ăbergabe des Pavillons an die Stadt erfolgte am 5. Juni 1931 durch den Vereinsvorsitzenden Lehrer Otto Kossack.
Um etwa 1970, vermutlich im Zuge der Umgestaltung des Georgenbergfriedhofes, wurde der vernachlässigte, in schlechtem Zustand befindliche und nun zugewachsene Pavillon abgerissen, lediglich das Fundament ßberdauerte die Jahre.
Im März 2013 stellte der LAGA-Verein Spremberg Pläne vor, diesen Pavillon wieder aufzubauen. Am 7. Oktober 2013 wurde mit der Sanierung des Fundaments und damit mit dem Wiederaufbau des Pavillons begonnen. Alle Leistungen wurden durch Spenden finanziert. Im Zuge der Sanierungsarbeiten fand man dabei am 14. Oktober 2013 eine MetallhĂźlse von der Grundsteinlegung im Jahr 1932 mit Listen aller damaligen Mitglieder des Männergesangsverein 1835 und einem Foto.cite-ref-57[57] Der Aufbau erfolgte weitgehend nach dem Original. Allerdings standen die Originalbaupläne nicht mehr zur VerfĂźgung, man konnte sich lediglich an einigen Fotos orientieren. Die Grundkonstruktion des Pavillons besteht nun aus Metall, das Dach wurde aus KostengrĂźnden mit Schindeln gedeckt. Eine Tafel, die an der BrĂźstung angebracht wurde, benennt die Hauptsponsoren des Pavillons.cite-ref-58[58] Am 4. Juli 2014 wurde der Pavillon in einem feierlichen Akt wieder der Ăffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus beliefen sich auf 45.000 Euro.
Der Friedhof, der 1828 angelegt worden war, musste später aus Platzmangel wieder geschlossen werden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das 1872 errichtete Kriegerdenkmal fßr die Gefallenen des Deutsch-FranzÜsischen Krieges von 1870/1871 geschleift.
Im Jahr 1968 kam es zu gewaltigen Sturmschäden auf dem Georgenberg, so dass man sich entschied, das gesamte Gelände vÜllig neu zu gestalten. Als erstes wurde damit begonnen, den Friedhof einzuebnen und vorhandene Gräber zu verlegen. Nur einige wenige markante Grabstätten blieben erhalten. Bei dem sogenannten Loebenschen Grabstein handelt sich um die Grabstätte der Adelsfamilie von Loeben, die erstmals 1536 in Spremberg in Erscheinung trat. Der Grabstein wurde etwa 1760/1761 fßr Caspar Ernst von Loeben errichtet.
Der Neugestaltung des Stadtparks fiel aus Geldmangel auch alte Bausubstanz zum Opfer.
St.-Georg-Kapelle (Georgenbergkapelle)
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Hauptartikel
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St.-Georg-Kapelle (Spremberg)
Nach einer Spremberger Sage, soll Jutta von Kittlitz aus Dank fĂźr die gesunde RĂźckkehr ihres Geliebten Seyfried von Loeben vom Dritten Kreuzzug 1189 diese Kapelle gestiftet haben. Diese Angaben sind aber weder belegbar noch historisch glaubhaft. Sie beziehen sich vermutlich nur auf eine kleinere schlichte Holzkapelle, die als Vorgängerbau angenommen wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Kapelle, in ihrer letzten Form, erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Nachfolgebau dieser Holzkapelle oder aber auch nur auf deren ehemaligen Standort errichtet wurde. Als Grundlage dafĂźr dient die urkundliche Ersterwähnung einer Georgenbergkapelle in den MeiĂner Bistumsmatrikeln von 1495. Alle Wirren der Jahre und Kriege Ăźberstand sie nicht immer ganz schadlos und wurde mehrere Male wiederaufgebaut oder umfangreich saniert. Am 10. Juni 1970 wurde die Kapelle ohne archäologische Begleitung abgerissen und deren Standort zur Rasenfläche umgestaltet.
Seit dem Jahr 2014 gab es Pläne durch den Ürtlichen FÜrderverein LAGA Spremberg e. V., die St.-Georg Kapelle wiederaufzubauen, die jedoch an den finanziellen MÜglichkeiten aber auch an fehlenden Nachnutzungskonzepten scheiterten. Am 7. September 2021 erfolgte dann der Erste Spatenstich zum Wiederaufbau in einer vÜllig neuen Struktur in Form einer Imagination nach dem Vorbild des Klosters Ihlow.cite-ref-59[59]
1976 wurde auf dem zentralen Platz etwa 100 Meter Ăśstlich des ehemaligen Standorts der St.-Georg-Kapelle eine groĂe Springbrunnenanlage installiert. Die unter dem Namen ihres Gestalters Manfred Vollmert, nur als âVollmert Brunnenâ bekannt ist. Am 6. Juli 2018 wurde bekannt, dass Metalldiebe die im Brunnen installierten Kupferschalen in Form von Baumschwämmen, die dem Wasserablauf dienten, teilweise gestohlen haben.
Kriegerdenkmal 1870/1871
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Hauptartikel
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Kriegerdenkmal 1870/71 (Spremberg)
Am 25. Oktober 1872 weihten Vertreter der Stadt Spremberg, unter groĂer Anteilnahme der BevĂślkerung, auf der Westspitze des Georgenberges ein aus schlesischen Marmor gefertigtes ca. 6 Meter hohes Kriegerdenkmal ein. Auf diesem Denkmal waren die Namen der 172, im Feldzug gegen Frankreich, Gefallenen in Gold hinterlegten Buchstaben eingraviert. Die Kosten fĂźr das Gesamtprojekt beliefen sich auf 1500 Thaler. Das Denkmal hatte ein Gewicht von 11.685 kg.
Im Jahr 1946 wurde das Denkmal auf Weisung des Landrates Neugebauer geschleift. Dieser legte dafßr die im Mai 1946 verÜffentlichte Direktive Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates, die eine Entfernung aller militärischen und nazistischen Denkmäler verlangte, entweder unbewusst falsch aus oder handelte mit vorauseilendem Gehorsam. Denn diese Direktive bezog sich ausdrßcklich auf Denkmäler, die nach dem 1. August 1914 errichtet wurden. Laut Unterlagen aus Archiven wurde das Denkmal teilweise zerkleinert, konnte aber auf Grund des Gewichts nicht abtransportiert werden. Man entschloss sich deshalb, das Denkmal vor Ort zu vergraben. In den 1970er Jahren wurde der gesamte Komplex mit einer Aussichtsterrasse (Bastion) ßberbaut. Nach der politischen Wende in der DDR gab es immer wieder Versuche, das Denkmal zu finden. Jedoch waren die Aussagen von Zeitzeugen ungenau und teilweise widersprßchlich, so dass immer wieder an falschen Orten gesucht wurde. Auch gab es Aussagen darßber, dass Teile des Denkmales doch abtransportiert wurden.
Am 21. Mai 2016 gab es dann auf Initiative des Brandenburgischen Landesamtes fßr Denkmalpflege, Abteilung Bodendenkmalpflege eine Georadaruntersuchung auf der Fläche der Bastion.cite-ref-60[60] Dabei konnten mehrere Teile lokalisiert werden, die eindeutig nicht natßrlichen Ursprungs waren.cite-ref-61[61] Problematisch stellte sich nun dar, dass die sich dort befindliche Aussichtsterrasse (Bastion) von der DenkmalbehÜrde als erhaltungswßrdig eingestuft wurde.
Im Jahr 2017 gab es die Erlaubnis der Unteren DenkmalbehĂśrde, Suchgrabungen an den mittels Georadar lokalisierten Stellen durchzufĂźhren. Am 17. März 2018 konnten dabei zwei intakte Teile der Kriegerdenkmals gefunden, freigelegt und letztlich gehoben werden. Es handelte sich dabei um das Sockelteil mit den eingravierten Namen und der Spitze des Denkmales mit der Inschrift âAndenken an die im Kriege gegen Frankreich 1870 u. 1871 ruhmvoll Gefallenen dieser Stadt und des FĂźsilier-Bataillons 6. Brandenb. Inf. Regts. No.52 gewidmet von den Einwohnern Sprembergs im Jahre 1872.âcite-ref-62[62] Am 20. Juli 2019 wurden zwei weitere Teile des Obelisken, der untere Sockel und das obere Brustgesims, freigelegt und geborgen. Im Jahre 2020 konnte mit der Restaurierung des Obelisken begonnen werden. FĂźr ein TeilstĂźck des Obelisken (oberes ZwischenstĂźck), welches zerstĂśrt und nur in BruchstĂźcken aufgefunden worden war, konnte Marmor aus dem Steinbruch beschafft werden, wo auch der ursprĂźngliche Marmor her stammte. Sämtliche ehemals am Obelisken angebrachten Metallapplikationen mussten in der KunstgieĂerei Lauchhammer neu angefertigt werden. Originalteile waren bis auf das Eiserne Kreuz, welches fast unversehrt geblieben war, nur in wenigen BruchstĂźcken gefunden worden.
Durch einen Einspruch der Oberen DenkmalbehĂśrde gegen ein von der Stadt Spremberg vorgelegtes Denkmalpflegerisches Gesamtkonzept war ein geplantes Wiederaufstellen des Obelisken am Originalstandort auf dem Georgenberg nicht mehr mĂśglich. Nach teils sehr kontroverser Diskussion Ăźber einen neuen Standort beschloss die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Spremberg am 28. Oktober 2020 mit groĂer Mehrheit, den Obelisken auf der vorhandenen Restfläche des Friedrich-Engels-Platzes im Zentrum der Stadt aufzustellen.cite-ref-63[63]cite-ref-64[64] Sämtliche Kosten wurden bisher, so wie beim Aufstellen im Jahr 1872, von der Spremberger BĂźrgerschaft und von Unternehmen aufgebracht.
Am 11. September 2021 wurde der Obelisk 1870/71 an seinem neuen Standort feierlich eingeweiht. Zu den Gästen des Georgenbergvereins zählten neben der BĂźrgermeisterin der Stadt Spremberg Christine Herntier auch der BĂźrgermeister der Gemeinde Mars la Tour, Roger Dalla Costa, und zwei ihn begleitende PersĂśnlichkeiten aus Frankreich. Ebenfalls anwesend war Generalmajor Jean-Pierre Metz, MilitärattachĂŠ der Botschaft der Republik Frankreich, sowie Oberstleutnant Christian Bartels von der deutsch-franzĂśsischen Brigade der Bundeswehr. Weiter anwesend waren maĂgebliche UnterstĂźtzer und Sponsoren dieses Projekts.cite-ref-66[66]
Kriegsgräberstätten
1977 weihte man direkt hinter dem Bismarckturm ein sowjetisches Ehrenmal ein, fĂźr das der vorherige russische Soldatenfriedhof eingeebnet worden war. Im Zentrum stand die Steinfigur Trauernde Mutter des Bildhauers JĂźrgen von Woyski. Mit diesem Ehrenmal wurde der 454 sowjetischen Soldaten gedacht, die bei den Kämpfen um Spremberg ihr Leben lieĂen. Im Jahr 2007 gab es seitens der Stadtverordneten Ăberlegungen, das zusehends verfallende Ehrenmal abreiĂen zu lassen, was jedoch auf Grund von bestehenden Verpflichtungen aus einem Zusatzvertrag des 1990 geschlossenen Zwei-plus-Vier-Vertrages nicht verwirklicht werden konnte.cite-ref-67[67] Das Ehrenmal war seither teilweise durch Bauzäune wegen akuter Einsturzgefahr abgesperrt. Erst im Januar 2015 konnte nach Einigung mit allen beteiligten Partnern eine Grundinstandsetzung, die hier aber einem Neubau gleichkommt begonnen werden. Das Ehrenmal wurde komplett zurĂźckgebaut um dann in seiner annähernden Form wie es vor 1977 bestand, wieder errichtet zu werden. Vom Ehrenmal aus dem Jahr 1977 wurden dabei die âTrauernde Mutterâ und der zentrale groĂe Stern mit integriert und erhalten.cite-ref-68[68]
Am 29. April 2016 fand im Beisein von Evgeny L. Aljoschin, Mitarbeiter der KriegsgräberfĂźrsorge in der Russischen Botschaft in Deutschland, Vertretern der Landesregierung des Landes Brandenburg und weiteren PersĂśnlichkeiten die feierliche Einweihung des russischen Ehrenfriedhofs statt, auf dem nunmehr 836 Soldaten namentlich benannt werden. Die Gesamtkosten der Errichtung des Friedhofs belaufen sich auf ca. 370.000 Euro. Die Russische FĂśderation hatte dabei, ohne dazu verpflichtet zu sein, etwa 31.000 Euro fĂźr die Instandsetzung des groĂen Stern und der Trauernden Mutter beigetragen. Auf Wunsch der Russischen Regierung wurden im Ehrenhain auch vier russische Fliedersträucher gepflanzt, die von der Enkeltochter des damaligen Befehlshabers der 1. Ukrainischen Front Marschall der Sowjetunion Konew die im April 1945 Spremberg erobert hatte, gezĂźchtet wurden.
Auf dem Georgenberg befindet sich auch eine deutsche Kriegsgräberstätte. Dort werden seit 1995 Soldaten umgebettet, deren Ruheplätze durch die Devastierung in der Region zerstÜrt wurden. Der Soldatenfriedhof nimmt darßber hinaus Gebeine auf, die bei der Tagebauvorfeldberäumung des Tagebaus Welzow-Sßd entdeckt werden. Um die dort beigesetzten deutschen Soldaten gab es auch 63 Jahre nach Kriegsende immer wieder kontroverse Diskussionen. Da sich unter den Toten auch AngehÜrige der SS-Panzerdivision Frundsberg befinden, derer von ehemaligen Kameraden an entsprechenden Feiertagen gedacht wurde, sah sich die Stadt im Jahr 2008 gezwungen, eine Verordnung zu erlassen, in der geregelt wurde, wer Kränze mit welcher Aufschrift niederlegen darf.cite-ref-69[69]
Denkmalanlage âHĂźrden Ăźberwindenâ
Mit der Denkmalanlage HĂźrden Ăźberwinden auf dem Georgenberg gedenkt die Stadt der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
Im Juli 1999 richtete ein Ăśrtlicher Verein eine Anfrage an die Stadt, auf dem Georgenberg eine Denkmalanlage fĂźr Opfergruppen zu errichten, derer bisher nicht gedacht wurde. Im Jahr 2000 gab es Bestrebungen, sie in die Denkmalanlage fĂźr die Opfer des Faschismus unterhalb des Bismarckturmes zu integrieren und an die Umfassungsmauer vier Gedenktafeln fĂźr unterschiedliche Opfergruppen anzubringen. Dies scheiterte jedoch am Einspruch des Landkreises und der Unteren DenkmalschutzbehĂśrde. Diese sahen darin âzuviel Ănderungen an einem bestehenden Denkmalâ. Man wollte auĂerdem eine erneute schleichende Umwidmung der Denkmalanlage, wie bereits nach 1945 geschehen, verhindern. Durch die unterschiedlichen Auffassungen Ăźber Art und Umfang des Denkmals kam es zu jahrelangen VerzĂśgerungen. Erst sieben Jahre später, am 3. Dezember 2006, fasste die Stadtverordnetenversammlung (SVV) den Beschluss, ein PlanungsbĂźro mit der Planung fĂźr eine separate Denkmalanlage zu beauftragen. Als Vorgabe des Landkreises und der Unteren DenkmalschutzbehĂśrde war zu berĂźcksichtigen, dass sich die neue Denkmalanlage âin einem respektvollen Abstand zu vorhandenen Denkmälern und Kriegsgräberstätten befinden sollâ. Der vorgesehene Kostenrahmen lag bei etwa 98.000 Euro.
Am 23. Juli 2008cite-ref-70[70] wurde der Beschluss gefasst, welchen Opfergruppen an den vier Zugangswegen der neuen Denkmalanlage gedacht werden sollte. Bis zuletzt gab es darĂźber kontroverse Diskussionen innerhalb der SVV. Am 11. Februar 2009 beschloss die SVV endgĂźltig, die Errichtung einer separaten Denkmalanlage mit vier Zugangswegen nach dem Entwurf HĂźrden Ăźberwinden. Die Kosten beliefen sich nunmehr auf etwa 142.000 Euro.cite-ref-71[71] Der Besucher Ăźberwindet Ăźber vier Wege mit unterschiedlicher Länge und Steigung auf Treppen und aufgeschĂźtteten Rampen eine HĂśhe von etwa einem Meter und erreicht eine Plattform im Zentrum der Denkmalanlage. Dort sind zwei schwarze Basaltsteine in U-Form so aufgestellt, dass sie ineinander greifen und man sie durchschreiten kann. Um die Basaltsteine läuft ein Band mit der Aufschrift âDie Stadt Spremberg gedenkt aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaftâ als Zeichen der VersĂśhnung. Die Bezeichnung der Zugangswege auf Glastafeln am jeweiligen Wegbeginn lauten, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn:
⢠Zum Gedenken an alle Opfer unter der ZivilbevÜlkerung
⢠Zum Gedenken an alle Gefallenen der Weltkriege
⢠Zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
⢠Zum Gedenken der Opfer des Stalinismus
Um den im Mittelpunkt stehenden Bismarckturm befinden sich nun vier selbstständige Denkmalanlagen in einem Umkreis von weniger als 100 Metern. Dies sind die neue errichtete Denkmalanlage denkmalanlage-h-rden-berwindenâHĂźrden Ăźberwindenâ51.57361111111114.385555555556, deutscher-soldatenfriedhofder deutsche Soldatenfriedhof mit dem zugeordneten Hochkreuz51.57361111111114.387222222222, sowjetischer-soldatenfriedhofder sowjetische Soldatenfriedhof51.57388888888914.386666666667, sowie die gedenkst-tte-f-r-die-opfer-des-faschismusGedenkstätte fĂźr die Opfer des Faschismus51.57333333333314.385833333333.
Die Einweihung der Denkmalanlage HĂźrden Ăźberwinden fand am 15. November 2009 mit der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag durch den BĂźrgermeister sowie Abgeordnete der SVV der Stadt Spremberg in aller Stille statt.
Lapidarium
Um fĂźr die Stadt Spremberg kulturgeschichtlich wichtige Grabsteinanlagen zu erhalten, diese an einem zentralen Punkt aufzustellen und der breiten Ăffentlichkeit zugänglich zu machen, hatte sich der FĂśrderverein zur Ausrichtung einer Landesgartenschau in Spremberg (LAGA-Verein) dazu entschlossen, im Stadtpark auf dem Georgenberg ein Lapidarium zu errichten. Am 24. September 2011 fand der symbolische Erste Spatenstich statt.
Das Lapidarium wird auf einer Freifläche etwa hundert Meter sĂźdĂśstlich des Bismarckturms errichtet. Auf dieser Freifläche befindet sich ein Jugendstilbrunnen des Spremberger Steinmetzen und Bildhauers Paul Heidel, der als zentrales Gestaltungselement erhalten und restauriert wurde.cite-ref-72[72] Die Gesamtkosten fĂźr die Restaurierung betrugen rund 20.000 Euro, die ausschlieĂlich durch Spendengelder aufgebracht wurden. Am 9. August 2013 konnte der Brunnen nach Jahren des Verfalls wieder in Betrieb genommen werden.cite-ref-73[73] Als erster Stein des Lapidariums wurde der restaurierte Gedenkstein fĂźr den Spremberger Kantor Friedrich Leitmann feierlich enthĂźllt.
Erste Kostenschätzungen fĂźr die Errichtung des Lapidariums gehen von etwa 30.000 Euro aus, die zum grĂśĂten Teil von ortsansässigen aber auch Ăźberregionalen Sponsoren getragen werden. Am 5. Mai 2012 wurden zur weiteren Finanzierungshilfe des Lapidariums erstmals so genannte âFĂśrdertalerâ angeboten. Damit soll den Einwohnern der Stadt und weiteren FĂśrderern die MĂśglichkeit der weiteren Beteiligung geboten werden. Die Lapidarium-FĂśrdertaler bestehen aus Keramik und bilden auf einer Seite den zu restaurierten Jugendstilbrunnen und einen symbolischen Gedenkstein ab. Am 13. November 2013 wurde bekannt, dass erste aufgestellte Grabmale des Lapidarium, darunter auch der erst kurz davor sanierte Gedenkstein des Spremberger Kantor Friedrich Leitmann, von Unbekannten zerstĂśrt und dabei Inschriften und Plaketten gestohlen wurden.cite-ref-74[74]
Schloss
Aus einer romanischen Turmburg um 1100 entstanden, wurde das Schloss Spremberg unter der Regentschaft der HerzĂśge von Sachsen-Merseburg in eine frĂźhbarocke VierflĂźgelanlage umgebaut. Die Baugeschichte ist seit dem 11. Jahrhundert belegt, der untere Teil des groĂen Hauptturmes mit seinen bis zu vier Meter dicken Mauern ist der älteste Teil der Schlossanlage. Im Erdgeschoss des Haupthauses sind in drei Räumen DeckengewĂślbe mit Bemalungen des 16. Jahrhunderts erhalten geblieben. Während der Regentschaft der Merseburger HerzĂśge zwischen 1680 und 1738 wurde die Burg zum Schloss ausgebaut. Nach dem Aussterben der Merseburger Besitzer kam das Schloss 1738 in kursächsischen Besitz. Von diesem Zeitpunkt an diente es mit zahlreichen Umbauten im Inneren bis 1997 vor allem Verwaltungszwecken.
Im Schloss befindet sich neben anderen Einrichtungen das Niederlausitzer Heidemuseum, in dem unter anderem in einer ständigen Ausstellung ßber Leben und Werke des Spremberger Schriftstellers Erwin Strittmatter informiert wird. In der Freianlage befindet sich ein Bauernhof mit einem originalen Bauernhaus aus Groà Buckow, das dorthin umgesetzt wurde.
Gedenkstein Mittelpunkt des Deutschen Reiches
Spremberg galt in der Zeit von 1871 bis 1920 als geographischer Mittelpunkt des Deutschen Reiches. Die Berechnungen dazu gingen auf den Geographen Heinrich Matzat zurĂźck, einen Oberlehrer am Spremberger Realgymnasium. Die Grundlage seiner Berechnung war, dass er die Mittelwerte der am weitesten nĂśrdlich, sĂźdlich, Ăśstlich und westlich gelegenen Orte des damaligen Deutschen Reiches feststellte. Das Ergebnis verĂśffentlichte er in dem Jahresbericht der hĂśheren Lehranstalten des Jahres 1872.
Dort hieĂ es: âZum SchluĂ dieser letzten ErĂśrterungen, die gerade die Heimatkunde betrifft, mĂśge hier noch ein Notiz Platz finden, die fĂźr die Bewohner unser guten Stadt Spremberg von einigem Interesse sein wird. â Der nĂśrdlichste Punkt des neu entstandenen Deutschen Reiches liegt bei dem Dorfe Nimmersatt nĂśrdlich von Memel, 55 Grad 52 Minuten 56 Sekunden nĂśrdlicher Breite; der sĂźdlichste am Ursprung der Stillach, eines Quellflusses der Iller in den Allgäuer Alpen, 47 Grad 15 Minuten 48 Sekunden nĂśrdlicher Breite. Das Mittel hieraus ist 51 Grad 34 Minuten 22 Sekunden. Der Ăśstlichste Punkt liegt bei dem Dorfe Schilleningken unweit Schirwindt an der Scheschuppe, 40 Grad 32 Minuten 25 Sekunden Ăśstlicher Länge von Ferro; der westlichste beim Dorfe Isenbruch, vier Kilometer von der Maas, 23 Grad 31 Minuten 50 Sekunden Ăśstlicher Länge von Ferro. Das Mittel hieraus ist 32 Grad 2 Minuten 7,5 Sekunden.
Der geographische Mittelpunkt des Deutschen Reiches ist also der Punkt, welcher unter 51 Grad 34 Minuten 22 Sekunden nĂśrdlicher Breite und 32 Grad 2 Minuten 7,5 Sekunden Ăśstlicher Länge liegt. Dieser Punkt aber ist gelegen auf dem Territorium der Stadt Spremberg. Man gelangt zu ihm (nach Messung auf der Generalstabskarte), wenn man von der Dresdener StraĂe ziemlich genau 500 Schritt (und zwei FuĂ) die GartenstraĂe und den sie fortsetzenden Weg hinabgeht.â
Im Juli 1914 erging eine VerfĂźgung des Chefs der PreuĂischen Landesaufnahme, v. Bertrab, dass der Mittelpunkt des Deutschen Reiches auf das Messtischblatt 2547, also die Gemarkung Spremberg fiel.
1946 wurde die Inschrift des Steines auf Anordnung des damaligen Landrates, der den Befehl Nr. 30 des Alliierten Kontrollrates buchstabengetreu umsetzte, zerstĂśrt.
Der Originalstein wurde im März 1988 im Zuge der Vorbereitung von StraĂenbauarbeiten geborgen und ist im Heimatmuseum in Spremberg ausgestellt. Laut Auskunft des damaligen Kreisdenkmalpflegers war der Stein durch das Entfernen der Schrift und durch das Einsetzen in eine Betonmauer nach 1946 so stark zerstĂśrt, dass eine Wiederherstellung nicht mĂśglich war.cite-ref-75[75]
Am 19. Januar 1991 wurde nur wenige Meter vom Originalstandort entfernt eine Kopie des Steines aufgestellt.
Geschichtsdenkmale
⢠Gedenkstein fĂźr 28 Opfer des Todesmarsches von 630 Häftlingen des KZ GroĂ-Rosen vom April 1945, die eine Woche lang in einer Scheune der Schäferei von Gosda-HaidemĂźhl gequält wurden. Dieser Ort musste dem Tagebau weichen, weshalb die Opfer umgebettet wurden.
⢠Gedenkstein von 1967 auf dem Bahnhofsvorplatz fßr den Vorsitzenden der KPD Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde.
⢠Gedenkstein von 2009 auf dem Platz des SchloĂbezirks fĂźr Ernst Tschickert, Opfer des Nationalsozialismus und Stalinismus. Tschickert war Stadtverordneter der Stadt Spremberg, Fraktionschef im Kreistag und starb 1951 in einem sibirischen Straflager.cite-ref-76[76]
⢠Gedenkstein fßr die erste Demonstration in Spremberg fßr Freiheit und Demokratie am 28. Oktober 1989.
⢠Friedenseiche und Gedenkstein mit der Inschrift âFriedenseiche 2. Mai 1871â. Der Gedenkstein wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vergraben und bei StraĂenbauarbeiten im Jahr 2010 wiedergefunden. Auf Grund der nicht mehr lesbaren Inschrift wurde er aber nicht als historisch bedeutend erkannt und lehnte Ăźber Jahre unbeachtet an der Friedenseiche. Am 1. September 2021 wurde der Stein mit erneuerter Inschrift wieder aufgestellt.
Stolpersteine
Siehe auch
:
Liste der Stolpersteine in Spremberg
Am 5. Oktober 2022 wurde in der Geschwister-Scholl-StraĂe durch den KĂźnstler Gunter Demnig der erste Stolperstein der Stadt verlegt. Dieser gedenkt Friederike Elfriede Rulla geb. Goldmann, die am 9. Juli 1894 in LeobschĂźtz in Schlesien geboren wurde. Am 22. Dezember 1919 heiratete sie den Arbeiter Johannes Alfred Bruno Rulla. Aus dieser Ehe gingen zwei gemeinsame Kinder hervor, Tochter Lieselore (1920) und Sohn Hansjoachim (1921). Im Jahr 1924 zog die Familie nach Trattendorf bei Spremberg, wo Bruna Rulla eine Anstellung im Kraftwerk Trattendorf gefunden hatte.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten strebte Bruno Rulla auf der Grundlage der NĂźrnberger Rassegesetze im Jahre 1935 erfolglos die Scheidung an. Die Ehe war ab diesem Zeitpunkt zerbrochen, Elfriede und Bruno Rulla lebten mit jeweils einem der Kinder in getrennten Haushalten in Spremberg, Elfriede Rulla mit Tochter Liselore in der WilhelmstraĂe 9 und Bruno Rulla mit Sohn Hansjoachim in der KraftwerkstraĂe 8.
Im Jahr 1939 strebte Bruno Rulla erneut die Scheidung an, worauf am 29. März 1940 das Scheidungsurteil erlassen wurde. Elfriede Rulla befand sich zu dieser Zeitpunkt unter dem Vorwurf der Rassenschande in Gewahrsam in einer Gefängniszelle im Rathaus von Spremberg, wo sie sich am 10. April 1940, dem zwanzigsten Tag nach ihrer Verhaftung, durch Erhängen das Leben nahm.
Bodendenkmale
â
Hauptartikel
:
Liste der Bodendenkmale in Spremberg
RegelmäĂige Veranstaltungen
⢠Kneipenfestival (März), Livebands spielen an einem Wochenende zum Tanz in verschiedenen Lokalen auf.
⢠Castle-Eastside-Jam (März), eine der grĂśĂten HipHop-Jams Deutschlands
⢠Brunnenfest (Mai), Kulturprogramm rund um den 1995 neu geschaffenen Bullwinkelbrunnen
⢠Chorfest (Mai), nationale und internationale ChÜre wetteifern um den Spremberger Chorwanderpokal
⢠Maifest mit der Wahl der Spremberger Spreenixe
⢠Spremberger Volkstriathlon (Juni)
⢠24-Stunden-Schwimmen (Juni)
⢠Spremberger Perle Cup (Juli), nationale und internationale FuĂballmannschaften kämpfen um den Wanderpokal
⢠Spremberger Heimatfest (am zweiten August-Wochenende, drei Tage)
⢠Spremberger Filmnächte (August)
⢠Herbstfest mit TÜpfermarkt (Oktober)
⢠Schlittenhunderennen in der Ratsheide (November)
⢠Lichterfest (an allen Adventssamstagen)
⢠Traditionelles Jahreskonzert des Musikvereins Trachtenkapelle Spremberg e. V. in der Kreuzkirche (Dezember)
Sport
GrĂśĂter Sportverein der Stadt ist die SG Einheit Spremberg e. V. (628 Mitglieder zum Stand 31. Dezember 2023), welche sich aus den Sportarten Tennis, Turnen und Kanu zusammensetzt. Der KSC Asahi Spremberg (ca. 550 Mitglieder) mit den Sportarten Judo, Volleyball, Karate, Sumo, Fitness, Badminton und Billard tritt in der 1. Deutschen Judo-Bundesliga an. Zu DDR-Zeiten war die BSG Aktivist Schwarze Pumpe aus dem Ortsteil Schwarze Pumpe in der zweitklassigen DDR-Liga aktiv, nach der Wende verlagerte die Sportgemeinschaft ihre FuĂballabteilung nach Hoyerswerda.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftsgeschichte
In Spremberg gab es u. a. folgende Industrieunternehmen:
⢠Hermann RĂśmmler AG â gegr. 1867 durch August Hermann RĂśmmler, Hersteller von Resopal seit 1930, nach 1945 Demontage der Anlagen, WeiterfĂźhrung als Resopal GmbH in GroĂ-Umstadt bzw. Sprela-Werke in Spremberg (NL)
⢠Kraftwerk Trattendorf (1917 bis 1945) in Trattendorf
⢠Lonza-Werk in Trattendorf â ab 1917 Herstellung von synthetischen DĂźngemitteln
⢠VEB PreĂstoffwerk âDr. Eraniâ (nach der deutschen Wiedervereinigung privatisiert)
⢠Rohpappenfabrik Nitschke
⢠Tuchfabrik E. Bernhardt & Co.
⢠Tuchfabrik Ludwig Heimberger
⢠Tuchfabrik C.A. Krßger
⢠Tuchfabrik Ludwig Levy (1935 von den Nationalsozialisten enteignet)
⢠Tuchfabrik Carl Mßller (1948 Firmensitz nach Grebenhain in Hessen verlegt)
⢠Tuchfabrik Georg Richard
⢠Tuchfabrik Schwetasch & Seidel
⢠Tuchfabrik Georg Wissinger (1910 vom Spremberger Tuchfabrikanten Ludwig Levy ßbernommen; 1924/25 im Stil der Neuen Sachlichkeit umgebaut; 1935 von den Nationalsozialisten enteignet)cite-ref-80[80]cite-ref-81[81]cite-ref-82[82]
Ansässige Unternehmen
Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefÜrdert.
⢠Antennenservice GmbH Spremberg, Kabelbetriebsgesellschaft, Elektrotechnik (1991â2018)
⢠Biomasseheizkraftwerk Sellessen, Ürtlicher Versorger des Ortsteils Haidemßhl
⢠FeingieĂerei Spremberg GmbH, ein Unternehmen der Piel & Adey GmbH & Co. KG, Feinguss im Wachsausschmelzverfahren
⢠Hippe KG Spremberg, Hersteller von Schichtpress- und Faserverbundwerkstoffen
⢠Krankenhaus Spremberg, als Krankenhaus der Grundversorgung mit etwa 180 Betten und etwa 280 Mitarbeitern. Es befand sich bis Dezember 2022 als Bundesweit einzigartiges Modell zu 49 % im Besitz der Kommune und zu 51 % im Besitz eines FÜrdervereins, von dessen Mitgliedern wiederum etwa 70 % Mitarbeiter des Krankenhauses waren.cite-ref-83[83] Im September 2022 musste die Krankenhausgesellschaft Planinsolvenz als Schutzschirmverfahren beantragen. Am 7. Dezember 2022 bestätigte die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Spremberg das die Stadt Spremberg zur Sicherung des Krankenhauses 80 % der Gesellschafteranteile ßbernimmt und die restlichen 20 % weiter vom FÜrderverein gehalten werden. Die Kosten fßr die Erlangung der Mehrheitsbeteiligung liegen dabei bei 242.000 Euro. Um aufgelaufene Liquiditätsengpässe zu ßberbrßcken, gewährt die Stadt Spremberg der Krankenhausgesellschaft ein Darlehen von 3,75 Mill. Euro.cite-ref-84[84]
⢠Sternenbäck GmbH Produktion GroĂbäckerei
⢠Technische Bßrsten GmbH, Hersteller technischer Bßrsten jeder Art
⢠Volksbank Spree-NeiĂe eG, Genossenschaftsbank, All-Finanz-Dienstleister
Im zu Spremberg gehĂśrenden Industriepark Schwarze Pumpe:
⢠Brikettfabrik Schwarze Pumpe, Hersteller von Braunkohlenbriketts der Marke âRekordâ und Braunkohlenstaub
⢠Danogips GmbH & Co. KG, Herstellung und Vertrieb von Metallprofilen und Gipskarton
⢠Niederlassung der Felbermayr Deutschland GmbH
⢠KREBA-Fisch GmbH, Anzucht von Satzkarpfen und SatzstÜren
⢠Papierfabrik Hamburger Rieger, Teil der Konzernsparte Hamburger Containerboard der Üsterreichischen Prinzhorn Group
⢠Transport- und Speditionsgesellschaft Schwarze Pumpe mbH (TSS GmbH), eine 100 Prozentige Tochtergesellschaft der Leag, Silo- und Stßckguttransporte, Tagebau-, Lager- und Eisenbahnlogistik
⢠VG-ORTH GmbH & Co. KG, Herstellung von Gips-Wandbauplatten und Gipsputzsysteme
Kupferlagerstätte
In der Nähe von Spremberg soll in einem Bergwerk Kupfer abgebaut werden. Die Kupfererzvorkommen sind seit den 1950er Jahren bekannt, bereits in den 1960er Jahren gab es erste Probebohrungen, doch bisher lohnte der Abbau nicht, da die FĂśrderkosten die ErlĂśse aufgrund des geringen Erzgehalts deutlich Ăźberstiegen. Nachdem der Dollarpreis fĂźr Rohkupfer seit 2000 etwa auf das Vierfache gestiegen war,cite-ref-86[86] erschien ein Abbau wirtschaftlich. Im Jahr 2010 hatte das Land Brandenburg aus drei Bewerbern das Unternehmen Kupferschiefer Lausitz GmbH (KSL), eine hundertprozentige Tochter des internationalen, auf Bergbau spezialisierten Investmentunternehmens Minerva S.A. ausgewählt, das Bergwerk im Raum Graustein-Schleife zu errichten. Der Investitionsaufwand fĂźr den Bau wurde mit 700 Millionen Euro angegeben. Prognosen sahen den Start des Abbaus beim Jahr 2013, die KSL selbst schätzte auf ihrer Internetseite âfrĂźhestens zwischen 2016 und 2020â. AuĂer Kupfer hoffte man im Gestein in geringen Mengen auch Silber und Gold zu finden. Der Betrieb sollte 1000 neue Stellen schaffen, die, so die Hoffnung der KSL, 20 Jahre gehalten werden.cite-ref-87[87]cite-ref-88[88]
Auf Grund von komplizierten Untersuchungen und erforderlichen Genehmigungsverfahren sollte sich der Beginn des Kupferschieferabbaus in der Spremberger Region weiter verzÜgern. Damalige Schätzungen gingen von einem FÜrderbeginn im Jahr 2024 aus.cite-ref-89[89] Am 15. Mai 2014 wurde dann bekannt, dass KSL sämtliche Aktivitäten im Spremberger Raum auf Grund des zu geringen Weltmarktpreises fßr Kupfer eingestellt hat und die Aufgaben des Spremberger Planungsbßros nach Washington, D.C. zum Stammsitz von Minerva S.A. verlegt werden. Der Unternehmenssitz fßr KSL verbleibt in Spremberg.cite-ref-90[90] Im September 2023 gab die KSL als Ziel bekannt, in den 2030ern Kupferbergbau in der Lausitz zu betreiben.cite-ref-91[91]
Verkehr
StraĂenverkehr
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Hauptartikel
:
Liste der StraĂen und Plätze in Spremberg
Durch Spremberg fĂźhren von Nord nach SĂźd die BundesstraĂe 97 (GubenâDresden) und von West nach Ost die BundesstraĂe 156 (GroĂräschenâBautzen). Ab dem zentralen Kreuzungspunkt Berliner Kreuzung in Spremberg bis etwa zur Mitte der Ortslage Schwarze Pumpe verlaufen auf einer Länge von etwa sechs Kilometer beide BundesstraĂen auf einer gemeinsamen Trasse.
Die LandesstraĂe 47 verläuft von Spremberg in Richtung Norden nach Kathlow, die L 48 nach Nordosten bis zur Anschlussstelle Roggosen der Bundesautobahn 15.
Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Cottbus-SĂźd an der A 15 (GrenzĂźbergang ForstâDreieck Spreewald), etwa 17 Kilometer nĂśrdlich gelegen, und GroĂräschen an der A 13 (BerlinâDresden) westlich von Spremberg in rund 38 Kilometer Entfernung.
Am 4. Juli 2018 wurde eines der grĂśĂten StraĂenbauprojekte in der Kernstadt dem Verkehr Ăźbergeben: ein sechsarmiger Kreisverkehr mit angeschlossenen FuĂ- und Radwegen.cite-ref-92[92]
UmgehungsstraĂe B 97
Im Jahr 1992 wurde mit den Planungen fĂźr eine Ortsumgehung westlich der Stadt Spremberg begonnen. Das Baurecht dazu wurde jedoch erst mit den PlanfestÂstellungsÂbeschlĂźssen zehn Jahre später erlangt. Da sich die UmgehungsstraĂe mit rund 10 km im Land Brandenburg und mit etwa 2½ km im Freistaat Sachsen befindet, waren hierfĂźr zwei PlanfeststellungsbeschlĂźsse notwendig. Diese erfolgten am 29. Dezember 2006 im Land Brandenburg und am 14. Februar 2007 im Freistaat Sachsen.
Am 25. Juni 2007 fand der erste Spatenstich zum Bau der 12,5 km langen Ortsumgehung der Stadt Spremberg statt, die der Entlastung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens dienen soll. Die UmgehungsstraĂe beginnt nĂśrdlich etwa 500 Meter vor dem Ortseingang Spremberg aus Richtung Cottbus und verläuft westlich des Stadtgebietes. SĂźdlich, hinter der Ortslage Schwarze Pumpe in der Gemeinde Spreetal trifft sie wieder auf die âalte ursprĂźnglicheâ BundesstraĂe 97. Die Ortsumgehung ist als KraftfahrstraĂe mit einer Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h ausgewiesen.
Beim Bau der Ortsumgehung wurden neun BrĂźckenbauwerke und vier Kreuzungsbereiche errichtet. Die BrĂźckenbauwerke Ăźberspannen dabei nicht nur Ăźber- und zu unterquerende StraĂen, sondern auch mehrmals die Gleise der Kohlebahn der Vattenfall Europe Mining AG zum Kraftwerk Schwarze Pumpe. Weiterhin verläuft die Trasse durch stillgelegtes Altbergbaugebiet, wo zum Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts Braunkohle unter Tage abgebaut wurde. Dadurch machte sich in diesen Bereich eine äuĂert aufwendige Baugrundvorbereitung notwendig, die unter anderem das VerfĂźllen vorhandener Bergbau-Hohlräume mit einer Suspension aus Braunkohlenfilterasche aus dem Kraftwerksbetrieb einschloss. Als weitere SicherheitsmaĂnahme wurden in diesem Bereich der UmgehungsstraĂe Geokunststoffbewehrungen eingebracht, die im Fall eines Tagesbruchs fĂźr die nĂśtige Stabilität sorgen sollen.
Die erforderlichen Ausgleichs- und ErsatzmaĂnahmen fĂźr in Anspruch genommenes Gelände umfassen dabei eine Fläche von 100 Hektar.cite-ref-93[93] Die offizielle Einweihung der Ortsumgehung fand am 16. September 2011 statt. Die Kosten belaufen sich auf rund 34 Millionen Euro, erste Kostenanalysen waren noch von 24,5 Millionen Euro ausgegangen.
Eisenbahnverkehr
Spremberg liegt an der 1866/1867 gebauten Eisenbahnstrecke BerlinâGĂśrlitz. Einziges Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personenverkehr ist seit Dezember 2008 die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG). Ihre ZĂźge der Linie RB 65 verkehren stĂźndlich von Cottbus Ăźber Spremberg nach WeiĂwasser/Oberlausitz, GĂśrlitz und Zittau. Sie lĂśste die ab 2002 dort verkehrende Lausitzbahn der Veolia Verkehr GmbH ab. Am 7. April 2014 wurde neben dem alten Bahnhofsgebäude ein neues so genanntes VerknĂźpfungsbauwerk zur Nutzung Ăźbergeben. Darin befinden sich eine Reiseagentur mit Fahrkartenverkauf und Warteraum. Der bisherige Bahnhof steht seitdem leer.cite-ref-94[94]
Verkehrsgeschichte
⢠Spremberger BahnhĂśfe â Spremberg hatte frĂźher einmal fĂźnf BahnhĂśfe:
⢠Staatsbahnhof Spremberg Ost (seit 1867) bzw. Hauptbahnhof (seit 1926), an der HindenburgstraĂe, heute BahnhofstraĂe
⢠Stadtbahnhof am Rossplatz, heute Puschkinplatz (1897â1932)
⢠Westbahnhof an der WestbahnstraĂe / Cottbusser StraĂe, heute Berliner StraĂe (1907â1947)
⢠Kohlebahnhof an der Heinrichsfelder StraĂe / Kochsdorfer Weg (bis 1956)
⢠SĂźdbahnhof in der Bautzener StraĂe, heute Karl-Marx-StraĂe, Richtung Trattendorf
⢠Stillgelegte Eisenbahnen in und um Sprembergcite-ref-95[95]
⢠Verbindungsbahn, von 1897 bis 1932 als normalspurige Verbindung vom Ostbahnhof (seit 1926 Hauptbahnhof) zum Stadtbahnhof, der Betrieb der Verbindungsbahn zwischen Stadt und Bahnhof wurde im Oktober 1932 mit dem Bau der damaligen HindenburgstraĂe, einer direkten Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof, eingestellt.
⢠Stadtbahn, von 1897 bis 1956, meterspurige Bahn, als Transportbahn fßr normalspurige Gßterwagen und zum Kohletransport in der Spremberger Neustadt, Verbindung zwischen dem Stadtbahnhof, dem Westbahnhof, dem Kohlebahnhof, dem Sßdbahnhof und den verschiedenen Fabriken im Stadtgebiet.
⢠Kohlebahn, von 1898 bis 1953, meterspurige Bahn zu den Kohlegruben in der Umgebung von Spremberg, zu den Gruben âAnnaâ, âGustav Adolfâ und âBrigittaâ, später zur Grube âConsulâ, 1924 Verlängerung zur Grube âClaraâ bzw. zur Brikettfabrik Werminghoff der Eintrachtwerke in HaidemĂźhl, von 1947 bis 1952 auch Personenverkehr zwischen HaidemĂźhl und Spremberg Kohlebahnhof, Heinrichsfelder StraĂe als Ersatz fĂźr die 1947 abgebaute Westbahn.
⢠Westbahn (ex KBS 178p), von 1907 bis 1947 als normalspurige Bahn zwischen Proschim-HaidemĂźhl an der Bahnstrecke NeupetershainâHoyerswerda und Spremberg (Westbahnhof) in Betrieb, mit Zwischenstationen Jessen und Roitz, seit 1922 mit Verbindung zum Rangierbahnhof Spremberg West, siehe Liste der stillgelegten Eisenbahnstrecken in Brandenburg und Berlin.
⢠EisenbahnunglĂźck â Am 7. August 1905 kam es zwischen dem Hauptbahnhof Spremberg und der Ortschaft Schleife zu einem folgenschweren EisenbahnunglĂźck, bei dem zwei SchnellzĂźge frontal zusammenstieĂen. Bei dem UnglĂźck kamen 19 Personen ums Leben und weitere 40 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.cite-ref-96[96] Als Ursache gilt menschliches Versagen. Der entstandene Sachschaden belief sich auf eine Summe von mehr als 2 Millionen Goldmark.cite-ref-97[97]cite-ref-98[98]
Ăffentlicher Personennahverkehr
Spremberg liegt im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Daneben bildet die Stadt die Tarifgrenze zum Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) und zum Verkehrsverbund Oberelbe (VVO).
Der Ăffentliche Personennahverkehr wird seit dem 1. Januar 2025 durch die âSPREE-NEISSE Cottbusverkehr Gmbhâ einem Tochterunternehmen der Cottbusverkehr GmbH betrieben.cite-ref-99[99] Das Stadtgebiet ist durch vier städtische Buslinien erschlossen. Vom 2012 erĂśffneten zentral gelegenen Busbahnhof verkehren regelmäĂig Buslinien in die nahegelegenen Städte, wie Cottbus, Bad Muskau, Hoyerswerda und Welzow.
Luftverkehr
Vom 20 Kilometer entfernten Flugplatz Welzow bietet sich die MĂśglichkeit, Spremberg aus der Luft zu erreichen. Der Verkehrslandeplatz ist fĂźr Flugzeuge bis 14 Tonnen, Ultraleichtflieger, Ballons und Hubschrauber zugelassen. Alternativ bietet sich eine Anreise Ăźber den Verkehrslandeplatz Cottbus-Drewitz an, der sich etwa 50 Kilometer nĂśrdlich von Spremberg befindet.
Radfahren
Spremberg und seine Umgebung verfĂźgen Ăźber ein groĂes Radwanderwegenetz. Die Stadt ist deshalb ein idealer Ausgangspunkt fĂźr Radwanderungen. Durch Spremberg fĂźhren vier Ăźberregionale Radwanderwege: Spreeradweg, FĂźrst-PĂźckler-Weg, die Niederlausitzer Bergbautour und die Tour Brandenburg. Regionale Touren wie die Altbergbautour, die Glastour und die Geologietour fĂźhren durch den Geopark Muskauer Faltenbogen.
Bildung
Alle Statistische Angaben: Stand 24. Juli 2023
Spremberg besitzt in seinem Stadtgebiet und seinen Eingemeindungen insgesamt fĂźnf Grundschulen, eine Berufsorientierende Schule, ein Gymnasium und zwei FĂśrderschulen.
In den Jahren nach der politischen Wende kam es bedingt durch die demographische Entwicklung, die geburtenschwachen Jahrgänge und durch Wegzug zu einem Ăberangebot an Schulplätzen. Dem konnte und musste man durch das Verkleinern von Klassen auf das gesetzliche Minimum, das Zusammenlegen von Schulstandorten, aber auch durch den Abriss von Schulgebäuden entgegenwirken.
Grundschulen
Astrid-Lindgren-Grundschule
Die Astrid-Lindgren-Grundschule befindet sich auf dem Schomberg im Stadtgebiet Spremberg. Das Schulgebäude wurde im Zusammenhang mit der Errichtung eines kompletten neuen Wohngebietes Anfang der 1980er Jahre erbaut. Bis auf wenige Einzelwohnbauten ist das gesamte Wohngebiet nach der Wende abgerissen worden. Der Schulstandort blieb erhalten und wurde im Jahr 2010 komplett saniert. Die Schule verfßgt ßber zwÜlf Klassen der Klassenstufen 1 bis 6 mit 286 Schßlern und 21 Lehrkräften, darunter zwei mit sonderpädagogischer Ausbildung.
Grundschule âLausitzer Haus des Lernensâ
Die Grundschule mit Hort, welche in der Trägerschaft des Vereins Albert-Schweitzer-Familienwerk e. V. gefĂźhrt wird, befindet sich im Zentrum der Stadt Spremberg und ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule. Im Schuljahr 2022/2023 wurden an der Schule 127 SchĂźler in den Klassenstufen 1 bis 6 von elf Lehrkräften unterrichtet, von denen vier eine sonderpädagogische Ausbildung hatten. An der Schule werden zusätzlich zum Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg zwei weitere Fächer Will (Wir lernen Lernen) und SPL (sozial-praktisches Lernen) angeboten. Ab Klasse 1 findet ein wĂśchentlicher Schwimmunterricht und Computerunterricht statt. Es wird groĂer Wert auf eine kooperative Zusammenarbeit mit den Eltern gelegt. Seit 2008 ist die Schule eine vom Land Brandenburg anerkannte âGesunde Schuleâ und seit dem 1. Juni 2011 eine ebenfalls anerkannte Ersatzschule.
Grundschule Kollerberg
Die Grundschule Kollerberg befindet sich in dem gleichnamigen Wohngebiet im Stadtgebiet Spremberg. Sie wurde am 1. September 1978 als Polytechnische Oberschule (POS) eingeweiht und seit 1991 als Grundschule genutzt. In der Schule werden dreizehn Klassen der Klassenstufen 1 bis 6 mit 309 Schßlern von 22 Lehrkräften unterrichtet. Zwei der Lehrkräfte haben eine sonderpädagogische Ausbildung. Nach eigener Darstellung ist die Grundschule Kollerberg eine sportbetonte Schule, an der behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Das alljährlich stattfindende Schulfest ist der HÜhepunkt im Schulalltag.
Heidegrundschule Sellessen
Die Heidegrundschule Sellessen befindet sich im Spremberger Ortsteil Sellessen und wurde im Zuge der Errichtung des Umsiedlungsstandortes HaidemĂźhl, fĂźr den am 30. November 2002 der Erste Spatenstich erfolgte, errichtet. Die offizielle Einweihung erfolgte am 11. August 2005 noch unter dem Namen âGrundschule Sellessen/HaidemĂźhlâ. Seit September 2007 trägt sie den Namen âHeidegrundschule Sellessenâ. Die Heidegrundschule Sellessen verfĂźgt Ăźber sieben Klassen der Klassenstufen 1 bis 6 mit 166 SchĂźlern, die von elf Lehrkräften betreut werden. Zwei dieser Lehrkräfte haben eine sonderpädagogische Ausbildung.
Grundschule Geschwister Scholl
Die Grundschule âGeschwister Schollâ befindet sich im Ortsteil Schwarze Pumpe. Das Schulgebäude wurde im Jahr 1959 als Polytechnische Oberschule seiner Bestimmung Ăźbergeben. Im Jahr 1991 erfolgte die Umwidmung in eine Grund- und eine Gesamtschule. Jetzt wird sie nur noch als Grundschule genutzt. In der Schule werden in 134 SchĂźler in sechs Klassen der Klassenstufen 1 bis 6 von neun Lehrkräften unterrichtet. Zwei dieser Lehrkräfte haben eine sonderpädagogische Ausbildung.
Auf Grund der Lage von Spremberg im sorbischen Siedlungsgebiet, wird in der Grundschule Kollerberg und der Heidegrundschule Sellessen Sorbisch als Unterrichtsfach angeboten.
Berufsorientierende Oberschule
Die Berufsorientierende Oberschule (BOS) befindet sich im Stadtzentrum von Spremberg in einem der ältesten und zugleich grĂśĂtem Schulgebäude der Stadt. Eingeweiht wurde dieser imposante Backsteinbau am 1. April 1905 als damalige Mädchenschule. Zum Schulbau gehĂśrte schon damals eine angeschlossene, durch eine Art Wandelgang mit dem Schulgebäude verbundene Turnhalle.
Die Einnahme der Stadt Spremberg am 20. April 1945 durch die Rote Armee ßberstand die Schule im Gegensatz zu vielen andern Gebäuden nahezu unversehrt. Im März 1949 wurde auf Beschluss des damaligen Rates des Kreises die Mädchenschule formal in zwei Schulen getrennt und in Rosa-Luxemburg- und Karl-Liebknecht-Schule umbenannt. Als Schulform wurden beide Schulen als Polytechnische Oberschulen gefßhrt mit einem Schuldurchlauf von der ersten bis zur zehnten Klasse. Nach der politischen Wende in der DDR und den damit einhergehenden Entwicklungen wurde die Schule in eine Gesamtschule umgewandelt. In den Jahren 2001/2002 wurde der gesamte Schulkomplex aufwendig saniert. Dabei wurde auch das ursprßngliche Gesamtbild der Schule wiederhergestellt. Nachträglich errichtete Anbauten wurden abgerissen, nicht mehr vorhandene Verbindungen zwischen Hauptgebäude und Turnhalle nach altem Vorbild wiederhergestellt. Heute versteht sich die Schule als Berufsorientierende Oberschule mit Ganztagsangebot mit 17 Klassen der Klassenstufen 7 bis 10 mit 413 Schßlern, die von 36 Lehrkräften, darunter zwei mit sonderpädagogischer Ausbildung, betreut werden.
Die ehemalige Georgenberg FĂśrderschule, ein typischer DDR-Plattenbau, befindet sich im Osten des Stadtgebietes auf dem Georgenberg. Es wurde im Jahr 1979 als achtklassige Hilfsschule erĂśffnet. 1990 erfolgte die Umwandlung in eine zehnklassige FĂśrderschule. Seit 1990 wurde sie als Ganztagsschule betrieben. Im Dezember 2009 erfolgte, auch aus GrĂźnden der Gleichstellung, die Umbenennung von âAllgemeiner FĂśrderschuleâ in âGeorgenbergschuleâ. Sie verstand sich als Schule mit dem sonderpädagogischen FĂśrderschwerpunkt Lernen. Im Jahr 2020 wurde der Lehrbetrieb als Sonderschule aufgegeben.
In der Hausmeisterwohnung im Schulgebäude der BOS in der Wirthstrasse, war während seiner Schulzeit der spätere Schriftsteller Erwin Strittmatter bei dem damaligen Hausmeister-Ehepaar einquartiert.
Gymnasium
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Hauptartikel
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Erwin-Strittmatter-Gymnasium
Das jetzige Erwin Strittmatter Gymnasium ist das zweite groĂe ehrwĂźrdige Schulgebäude der Stadt Spremberg. Es liegt wie die Mädchenschule im Zentrum der Stadt Spremberg in unmittelbarer Nähe zur Spree. Geplant von den Architekten KĂśhler und Kranz aus Berlin, konnte es am 30. September 1910 nach nur einem Jahr Bauzeit als Realgymnasium bezogen werden. Die Anerkennung als Gymnasium war bereits am 23. Februar 1910 per Ministerialbeschluss erfolgt. 1921 erfolgte die Umwandlung des Realgymnasiums in ein Reformrealgymnasium.
In den Jahren 1924 bis 1930 besuchte der spätere Schriftsteller und jetzige Namensgeber Erwin Strittmatter dieses Gymnasium, das er jedoch ohne Abschluss verlieĂ. Auch das Gymnasium Ăźberstand die Wirren des Zweiten Weltkrieges nahezu unversehrt. Wie die Mädchenschule wurde es in den letzten Kriegsmonaten und auch nach Kriegsende als Lazarett genutzt. Erst 1949 konnte wieder ein regelmäĂiger Schulbetrieb aufgenommen werden. Im April 1949 wurde es, den ideologischen Prinzipien folgend, in Karl-Marx-Schule umbenannt.
1952 wurde die Karl-Marx-Schule in zwei Schulen getrennt, die Karl-Marx-Grundschule (1.â8. Klasse) und die Karl-Marx-Oberschule (9.â12. Klasse). 1960 änderte sich die Bezeichnung abermals in Karl-Marx-Schule (1.â10. Klasse) und Karl-Marx-Schule Erweiterte Oberschule (11.â12. Klasse). Im Jahr 1970 kam es zur Trennung dieser beiden Schulformen. Der Teil der Erweiterten Oberschule (EOS) wurde in ein neuerrichtetes Gebäude auf dem Spremberger Schomberg verlegt; er zog 1985 in die Artur-Becker-Oberschule im Ortsteil Trattendorf um. Im Mai 1991 wurde per Ministerbeschluss verfĂźgt: Bildung eines Gymnasiums mit zwei Standorten. Am 1. November 1992 erfolgte die offizielle NeugrĂźndung des Gymnasiums Spremberg am Standort MittelstraĂe mit der Sekundarstufe I (Klassen 5â9) und Spremberg SĂźd mit der Sekundarstufe II (Klassen 10â13). Am 23. Januar 1996 erfolgte die Umbenennung in Erwin-Strittmatter-Gymnasium. In den Jahren 2001/2002 wurde das Schulgebäude unter Beachtung und Einbeziehung des Denkmalschutzes komplett saniert. Der Gymnasium Standort in Trattendorf wurde später wieder aufgegeben.
Das Erwin-Strittmatter-Gymnasium verfßgt insgesamt ßber 17 Klassen mit 600 Schßlern, die von 45 Lehrkräften unterrichtet werden.cite-ref-102[102]
In den Jahren 1872 bis 1875 war der Geograph Professor Heinrich Matzat als Erdkundelehrer an der hĂśheren städtischen Schule, der Vorgängereinrichtung des Gymnasiums, tätig. Professor Matzat beschäftigte sich im Geographieunterricht auch mit mathematischen Problemen und errechnete dabei, dass der Mittelpunkt des Deutschen Reiches im Jahr 1871 in Spremberg unweit des jetzigen Gymnasiums lag. Zitat: âDieser Punkt ist gelegen auf dem Territorium der Stadt Spremberg. Man gelangt zu ihm, wenn man von der Dresdener StraĂe ziemlich genau 500 Schritt (und zwei FuĂ) die GartenstraĂe und den sie fortsetzenden Weg hinabgeht.â
Das Hauptgebäude des Erwin-Strittmatter-Gymnasiums besitzt im Turm noch die um 1915 installierte Turmuhr der Berliner Gross-Uhren-Fabrik C. F. Rochlitz. Diese Uhr diente bis zur Schulsanierung 2001/2002 neben der Zeitanzeige auch der Steuerung der zentralen Schulklingelanlage und läuft seit ihrem Einbau fast ohne Unterbrechung.
FĂśrderschulen
Wiesenwegschule
Die Wiesenwegschule befindet sich im SĂźden der Stadt im Ortsteil Trattendorf. Untergebracht ist sie in einem im Jahr 1991 umgebauten ehemaligen Lehrlingswohnheim. Sie versteht sich als Schule mit dem sonderpädagogischen FĂśrderschwerpunkt fĂźr geistige Entwicklung. GegrĂźndet wurde sie als âFĂśrderschule fĂźr Geistigbehinderteâ. Der Schulbetrieb unterteilt sich in Primarstufe (4 Klassen), Sekundarstufe I (4 Klassen) und Berufsbildungsstufe (1 Klasse). Das Hauptziel der Berufsbildungsstufe ist die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben. GefĂśrdert werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 18 Jahren. DarĂźber hinaus ist auf Antrag auch ein Verbleib bis zum 23. Lebensjahr mĂśglich. Am 23. September 2011 wurde die FĂśrderschule in âWiesenwegschuleâ umbenannt. In der Schule gibt es 76 SchĂźler in neun Klassen, die von 22 Lehrkräften betreut werden. Neun dieser Lehrkräfte haben eine sonderpädagogische Ausbildung.cite-ref-103[103]
Ehemalige Garnison
Mit der AufrĂźstung der Wehrmacht wurde in den Jahren 1936 bis 1938 auf einer Fläche von 26 Hektar eine Kasernenanlage an der Forster LandstraĂe errichtet. Folgende Truppenteile wurden danach in Spremberg stationiert:
Fronttruppenteile
⢠Panzer-Abwehr Abteilung 43 (aufgestellt am 15. Februar 1940)
⢠wurde am 23. September 1942 in die Panzerjäger-Ersatz-Abteilung 43 und eine Panzerjäger-Ausbildungs-Abteilung 43 geteilt
⢠Beide Abteilungen wurden dann am 15. April 1943 zur Panzerjäger-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung vereinigt.
⢠Panzer-Jäger-Kompanie Spremberg (aufgestellt am 19. April 1943)
⢠Eisenbahn-Pionier-Bataillon Spremberg (aufgestellt am 1. Februar 1945)
Ersatztruppenteile
⢠Panzer-Jäger-Ersatz-Abteilung 43
⢠Panzer-Abwehr-Ersatz-Abteilung 43
⢠Panzer-Ausbildungs-Abteilung 55
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kasernengelände bis 1953 von sowjetischen Truppen genutzt.cite-ref-104[104] Von September 1953 bis August 1956 nutzte die Kasernierte Volkspolizei die von den sowjetischen Truppen ßbergebenen Einrichtungen. Mit der Grßndung der NVA am 1. März 1956 ßbernahm diese am 1. September 1956 die Kaserne von der KVP. Die Vereidigung der nun einrßckenden Truppen erfolgte dabei am 21. August 1956 auf dem Truppenßbungsplatz Nochten.
Spremberg war bis zum 2. Oktober 1990 Garnison fĂźr das Panzerregiment 14 âKarol Ĺwierczewskiâ der 7. Panzerdivision der NVA. Am 2. Oktober 1990 wurde beim letzten Appell die Truppenfahne eingeholt und an die vorgesetzte 7. Panzerdivision in Dresden Ăźbergeben. Letzter Regimentskommandeur des 14. Panzerregiments âKarol Ĺwierczewskiâ war Major Gerhard Hoffmann. Am 3. Oktober 1990 Ăźbernahm eine kleine Gruppe von Offizieren und Unteroffizieren der Bundeswehr den materiell und personell bereits reduzierten Standort Spremberg. In der Folge gab es weitere Reduzierungen von Personal und Technik. So wurden das III. Panzerbataillon und kleinere selbstständige Einheiten am Standort aufgelĂśst. Die meisten Offiziere der NVA, die in die Bundeswehr Ăźbernommen worden waren, setzte man um einen Dienstrang herab. Nur wenige Monate nach der Ăbernahme, im FrĂźhjahr 1991, gab es weitere groĂe personelle Umstrukturierungen, die mit der AuflĂśsung des II. Panzerbataillons einhergingen. Das verbliebene I. Panzerbataillon wurde von Spremberg nach Doberlug-Kirchhain verlegt. Um den Standort Spremberg komplett abzuwickeln, wurde das Nachkommando Panzerregiment 14 gebildet. Am 18. Juni 1992 fand der Letzte Appell einer militärischen Formation am Standort Spremberg statt. Im Juli 1992 kam es auch zur AuflĂśsung des Nachkommandos Panzerregiment 14.
Der Standort Spremberg wurde 1992 von der Bundeswehr aufgegeben. Einer sinnvollen Nachnutzung konnten die knapp 60 Jahre alten Gebäude nicht zugefĂźhrt werden. Versuche, die neue Kreisverwaltung von Spree-NeiĂe hier anzusiedeln, scheiterten an politischen HĂźrden. 2004 entschloss sich das BundesvermĂśgensamt deshalb, das gesamt Kasernengelände, auf dem sich bis zu 80 Gebäude unterschiedlichster GrĂśĂe befanden, die einen umbauten Raum von 240.000 mÂł hatten, abzureiĂen.cite-ref-105[105]cite-ref-106[106]
Heute befindet sich auf dem Gelände der Solarpark Spremberg.
PersĂśnlichkeiten
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
⢠Andreas Lando (* um 1525, Todesdatum unbekannt), Kreuzkantor in Dresden
⢠Johann Agricola (ca. 1534â1590), evangelischer Theologe des 16. Jahrhunderts
⢠Moritz von Sachsen-Merseburg (1694â1695), Erbprinz von Sachsen-Merseburg-Spremberg
⢠Christiane Friederike von Sachsen-Merseburg (1697â1722), Prinzessin von Sachsen-Merseburg-Spremberg
⢠Gustava Magdalena von Sachsen-Merseburg (1699â1699), Prinzessin von Sachsen-Merseburg-Spremberg
⢠Carl Oestreich (1800â1840), Hornist und Komponist
⢠Emil Fromm (1835â1916), Komponist, Kirchenmusiker
⢠Ottomar Reichelt (1853â1911), Architekt und sächsischer Baubeamter
⢠Theo Malade (1869â1944), Arzt und Schriftsteller
⢠Adolf Kieslich (1875â1935), deutscher Gewerkschaftssekretär und badischer SPD-Landtagsabgeordneter
⢠Julius Balting (1876â1954), Fotograf und Stummfilm-Kameramann
⢠Otto Ostrowski (1883â1963), Berliner OberbĂźrgermeister 1946/1947
⢠Walther Greischel (1889â1970), Kunsthistoriker
⢠Fritz KrĂźger (1889â1974), Romanist und Hispanist, Hochschullehrer
⢠Guido Schmidt (1890â1971), Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe
⢠Johannes Vogel (1895â1962), Schriftsteller
⢠Antonie MĂśbis (1898â1976), Politikerin und Widerstandskämpferin
⢠Alfred Hartmann (1910â2001), Motorrad- und Automobilrennfahrer, Motortuner und Unternehmer
⢠Fritz Rudolf Kraus (1910â1991), Altorientalist
⢠Erwin Strittmatter (1912â1994), Schriftsteller
⢠Katja Meirowsky (1920â2012), Malerin, Kabarettistin und Dichterin
⢠Heinz Pachen (1922â2006), Kunstsammler
⢠Gerhard Guder (1924â2013), Architekt und Stadtplaner
⢠Joachim Teege (1925â1969), Schauspieler und Kabarettist
⢠Erich Schlossarek (1928â2011), Autor
⢠Volker Klemm (1930â2018), Agrarhistoriker
⢠Ursula Wasnetsky (1931â2009), Schachspielerin und -funktionärin
⢠Heinz Wuschech (1933â2020), Sportmediziner
⢠Renate KrĂźger (1934â2016), Schriftstellerin und Publizistin
⢠Jochen Richter (1934â2011), Wissenschaftshistoriker
⢠Rudolf Seifert (* 1934), Weltmeister im Kanuslalom
⢠Hubert Laitko (1935â2024), Wissenschaftshistoriker und -theoretiker
⢠Jost Glase (1936â1990), Schriftsteller und Hochschullehrer
⢠Renate Junker (* 1938), Leichtathletin
⢠Albrecht Papenroth (1939â2020), Politiker (SPD)
⢠Stefan Schmidtchen (* 1942), Psychologe und ehemaliger Hochschullehrer
⢠Marion Rasche (* 1944), Regisseurin und Dramaturgin
⢠Heidi Wagner-Kerkhof (* 1945), Bildhauerin, Medailleurin und Grafikerin
⢠Erhard GrĂśger (* 1947), FuĂballspieler
⢠Klaus-Werner Haupt (* 1951), Pädagoge und Schriftsteller
⢠Hans-Dieter Paulo (1956â2021), FuĂballspieler
⢠JĂśrg Jenter (* 1958), FuĂballspieler
⢠Willy Thor Buder (* 1960), Maler und Grafiker
⢠Jens Kahl (* 1961), Sportwissenschaftler, Bundestrainer, Sportdirektor
⢠Volkmar Kuhlee (* 1961), FuĂballspieler
⢠Michael Hanko (* 1964), Politiker (AfD)
⢠Michael Hirte (* 1964), Gewinner der RTL-Show Das Supertalent
⢠Dirk Meier (* 1964), Radrennfahrer
⢠Mike Werner (* 1971), FuĂballspieler
⢠Arndt Ginzel (* 1972), Investigativjournalist
⢠Daniel Hentschel (* 1973), Eishockeyspieler
⢠Raik Nowka (* 1975), Politiker (CDU)
⢠Stephanie MeiĂner (* 1980), Moderatorin
⢠Mareen Kräh (* 1984), Judoka
⢠Sebastian Piersig (* 1984), Slalom-Kanute
⢠Sandro Hersel (* 1985), Politiker (AfD), Model
⢠Franziska Wiese (* 1986), Schlagersängerin, Model
⢠Stefanie Blochwitz (* 1990), Journalistin, Reporterin und Moderatorin
⢠Erik Balzer (* 1991), Bahnradsportler
⢠Matti Kamenz (* 1998), FuĂballspieler
⢠Friederike Brose (* 2007), Para-Leichtathletincite-ref-107[107]
Mit Spremberg verbundene PersĂśnlichkeiten
⢠Martha Israel (1905â?), sorbische Stadtverordnete in Spremberg und Abgeordnete der Volkskammer der DDR
⢠Peter Jokostra (1912â2007), Schriftsteller und Literaturkritiker, Weggefährte von Erwin Strittmatter, lebte bis 1953 in Spremberg
⢠Oskar Fischer (1923â2020), Funktionär des FDJ-Kreisverbandes Spremberg, später Minister fĂźr Auswärtige Angelegenheiten der DDR
⢠Irmgard Kuhlee (1927â2018), Malerin
⢠Hanna-Renate Laurien (1928â2010), Politikerin (CDU), Schulsenatorin und Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, besuchte das Gymnasium in Spremberg
⢠Dieter Dressler (1932â2011), Maler und Grafiker, arbeitete eng mit dem Gaskombinat Schwarze Pumpe zusammen
⢠Jack Barsky (* 1949), Ex-KGB Spion, besuchte das Gymnasium in Spremberg
⢠Solveig Bolduan (* 1958), Malerin, Bildhauerin und Keramikerin
⢠Felix Michel (* 1984), Slalom-Kanute der SG Einheit Spremberg
⢠Kurt Kuschela (* 1988), Rennkanute Zweier-Canadier, Goldmedaillengewinner Olympia 2012 in London
Spremberger Originale
Spremberger Originale sind Figuren, die im Gegensatz zu Stadtoriginalen nicht immer auf real existierende Personen zurĂźckzufĂźhren sind. Zum Teil wurden sie im vergangenen Jahrhundert zu Stadtfesten âerfundenâ, um deren Attraktivität zu erhĂśhen. Heute sind diese Originale, die alle ehrenamtlich dargestellt werden, beim Spremberger Heimatfest, auf Touristikmessen und sonstigen regionalen HĂśhepunkten anzutreffen.
Bekannte Originale sind:
⢠Mutter Birnbaum
⢠Nachtwächter Kulke
⢠Räuberhauptmann Lauermann
⢠Obrist Hadubrand
⢠Harry Piel
Sonstiges
Durch einen ortsansässigen Gartenbaubetrieb wurde im Jahr 2008 eine Dahlie gezĂźchtet, die den Namen âStadt Sprembergâ trägt.cite-ref-108[108] Ein erstes Exemplar wurde am 26. Mai 2009 im neu entstandenen BĂźrgergarten direkt hinter dem BĂźrgerhaus gepflanzt.cite-ref-109[109]
Seit dem 19. März 2013 ist es wieder mĂśglich, das ab 1994 nicht mehr zugeteilte Kfz-Kennzeichen âSPBâ als Wunschkennzeichen zu ordern.cite-ref-110[110]
Aus Anlass des Brandenburg-Tags im Juli 2014 wurde auf dem Kleinen Markt in Spremberg, direkt neben dem Saebisch-Brunnen, ein geeichter Kontrollpunkt fßr Navigationsgeräte durch das Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) in den Boden eingebracht. Dieser Kontrollpunkt ist der zweite, der in Brandenburg gesetzt wurde.cite-ref-111[111]
Das Land Brandenburg hatte Kommunen im Jahr 2013 angeboten, zusätzliche nichtamtliche Hinweisschilder an Ortsumgehungen aufzustellen, auf denen Durchreisende auf Attraktionen und Angebote der Stadt sowie deren zusätzlichen Bezeichnung, wie hier âPerle der Lausitz - parlicka ĹuĹžyceâ, hingewiesen werden. Damit wollte man Bedenken und Kritik besonderes der Gastronomie und des Einzelhandels entgegenwirken, die durch UmgehungsstraĂen UmsatzeinbuĂen befĂźrchteten. Spremberg machte davon als einzige Kommune in Brandenburg Gebrauch und stellte im April 2013 zwei dieser Schilder auf. Die eigentlich auf drei Jahre festgelegte Testphase Ăźber den Nutzen der Schilder wurde im Potsdamer Infrastrukturministerium nie abschlieĂend bewertet. Anfang Dezember 2018 wurde die Stadt dennoch aufgefordert, diese Schilder auf eigene Kosten wieder zu entfernen.cite-ref-112[112] Ende Dezember 2018 teilte das Infrastrukturministerium auf Anfrage mit, dass entgegen bisheriger Angaben nicht sie, sondern die Stadt Spremberg nun den Nutzen dieser Schilder belegen soll.cite-ref-113[113] Nach einem weiteren Treffen zwischen Vertretern der Stadt, des Landesbetriebes fĂźr StraĂenwesen Brandenburg und dem Ministerium fĂźr Infrastruktur und Landesplanung wurde vereinbart, dass die Stadt Spremberg bis zum 31. Dezember 2021 in einem umfangreichen Bericht den Nutzen der aufgestellten Schilder belegen muss. Erst danach kann Ăźber den endgĂźltigen Verbleib der Schilder entschieden werden.cite-ref-114[114]
Literatur
⢠Maritha Ihle: Spremberg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek Zaltbommel/Niederlande, 1991, ISBN 90-288-5209-3.
⢠Andreas Kottwitz: Spremberg ist Frontstadt. 1993.
⢠Maritha Ihle, Klaus Fischer: Stadtbilder aus Spremberg. Stadt-Bild-Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-928741-52-7.
⢠Maritha Ihle: Erinnerungen an den Altkreis Spremberg. Europäische Bibliothek Zaltbommel/Niederlande 1993, ISBN 90-288-5976-4.
⢠Werner Bader: Der Teufelsaktuar von Spremberg. Werner-Bader-Verlag, GÜrne 1997, ISBN 3-9805869-0-1.
⢠700 Jahre Stadt Spremberg. Stadt Spremberg, 2000.
⢠Torsten Richter: Gerettete Kirche an symbolischen Ort in Spremberg. In: Lausitzer Rundschau. 4. April 2009.
⢠Gerhard Schmidt: Spremberg Perle der Lausitz. KDI Euroverlag, 2001, ISBN 3-934989-17-9.
⢠Rainer Weisflog, Dieter Kappelmßller: Spremberg. SchÜne Seiten einer Stadt. ALfA Verlagsgesellschaft, 2005, ISBN 3-935513-16-X.
⢠Eckbert Kwast: Spremberg â Als die Schornsteine noch rauchten. Leipziger Verlagsgesellschaft Verlag fĂźr Kulturgeschichte und Kunst, 2007, ISBN 978-3-910143-99-9.
⢠Spremberg â Aus der Geschichte, 2. Teil. Stadt Spremberg, 2007.
⢠Friederich Wertsch: Chronik von Spremberg in Verbindung mit einem Abriss der Geschichte der Niederlausitz (Jubiläumsschrift zur Feier des 1000-jährigen Bestehens von Spremberg). Spremberg 1893.
⢠Werner Reinhold: Chronik der Stadt und des Kreises Spremberg. 2. Auflage. C.F. Saebisch, Luckau 1933, urn:nbn:de:kobv:517-vlib-713.
Quellen
⢠Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender des Kreis Spremberg 1958.
⢠Stadt Spremberg (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Spremberg.
⢠Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender der Stadt Spremberg und Umgebung. 2001, 2003.
⢠Eckbert Kwast: Ein Stein erzählt aus seiner Vergangenheit. In: Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender der Stadt Spremberg und Umgebung 2007.
⢠Manfred Ihle: Die Baugeschichte der Kreuzkirche. In: Stadt Spremberg (Hrsg.): Stadt Spremberg. Aus der Geschichte, 2. Teil.
⢠D. BÜhrenz: Eine Turmuhr mit besonderen Charme. In: Kulturbund Spremberg (Hrsg.): Heimatkalender Stadt Spremberg und Umgebung 2012.
Weblinks
Wikisource: Spremberg
â Quellen und Volltexte
Commons
: Spremberg
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Spremberg
â ReisefĂźhrer
Wikivoyage: Altbergbautour
â ReisefĂźhrer
⢠Website der Stadt Spremberg
⢠Imagefilm der Stadt Spremberg, ErstverÜffentlichung am 21. August 2020, auf YouTube
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-bb-11. BevĂślkerungsstand im Land Brandenburg Dezember 2024 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, basierend auf dem Zensus 2022) (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive)
cite-note-33. â Benjamin Andriske: âPerle der Lausitz â parlicka ĹuĹžyceâ ab sofort als zusätzliche Bezeichnung der Stadt Spremberg. In: Niederlausitz aktuell. 5. September 2013, abgerufen am 11. Februar 2024.
cite-note-geschichte-der-stadt-spremberg-grodk-44. â Geschichte der Stadt Spremberg/Grodk. Website der Stadt Spremberg
cite-note-55. â Marcel Laggai: Sterbefälle in Spremberg steigen auf Rekordhoch. In: Lausitzer Rundschau. 9. Februar 2020.
cite-note-dienstleistungsportal-66. â Stadt Spremberg. Serviceportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 16. Januar 2024.
cite-note-77. â Ortsteile der Stadt Spremberg. Stadt Spremberg, abgerufen am 16. Januar 2024.
cite-note-88. â Ăbersetzung der Urkunde zur Ersterwähnung der Stadt Spremberg, abgerufen am 16. Mai 2019.
cite-note-99. â Mittelalterliche Leprosenhäuser im heutigen Brandenburg und Berlin (Klapper 1998), abgerufen am 16. Mai 2019
cite-note-1010. â Bartosz Paprocki, Christoph Pfeiffer: Paprotzkivs Envcleatvs Oder Kern und Auszug Aus dem so genannten Mährischen Geschicht-Spiegel. Brachvogel, Breslau und Leipzig 1730, S. 200 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
cite-note-1111. â Simone Wendler: Von Spremberg in den Kessel von Kausche. In: Lausitzer Rundschau. 15. April 2005, archiviert vom Original am 17. April 2005; abgerufen am 21. März 2025.
cite-note-1212. â Lange BrĂźcke mit Kaufhaus HĂźbel. Leserzuschriften. In: Der Märkische Bote. 18. Juni 2011.
cite-note-1313. â Ein ganzes Bundesland spiegelt sich in dieser Stadt (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 7. Juli 2014.
cite-note-1414. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
cite-note-1515. â StBA: Ănderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
cite-note-1616. â StBA: Ănderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
cite-note-1717. â Land gibt Weg frei fĂźr Eingemeindung von Hornow-Wadelsdorf (Memento vom 20. Dezember 2015 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 18. Dezember 2015.
cite-note-1818. â Die Ortsnamen des Kreises Spremberg. In: Spremberger Anzeiger. 9. Juli 1935.
cite-note-1919. â Chronik der Stadt und des Kreises Spremberg von W. Reinhold 1843
cite-note-2020. â Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-NeiĂe, S. 26â29.
cite-note-2121. â BevĂślkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
cite-note-2222. â Amt fĂźr Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. BevĂślkerungsentwicklung und BevĂślkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
cite-note-2323. â Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
cite-note-242. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
cite-note-2525. â Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 (1)
cite-note-263. Amtsantritt Christine Herntier (Memento vom 29. Oktober 2021 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 30. Januar 2014.
cite-note-274. Stichwahl BĂźrgermeisteramt 2021. In: Lausitzer Rundschau-Online 10. Oktober 2021.
cite-note-285. Das bedeutet das Ergebnis der Stichwahl fĂźr Christine Herntier. In: Lausitzer Rundschau-Online 11. Oktober 2021.
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cite-note-307. Christina SchĂśnherr verabschiedet sich (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 19. Dezember 2013.
cite-note-dienstleistungsportal-der-landesverwaltung-318. Wappen der Stadt Spremberg. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg, abgerufen am 16. Januar 2024.
cite-note-3232. â Amtsblatt fĂźr die Stadt Spremberg, Hauptsatzung der Stadt Spremberg 17. Januar 2014, S. 4.
cite-note-3333. â Stadtwappen/ Stadtfarben der Stadt Spremberg. Homepage Spremberg.de
cite-note-3434. â Deutsch-FranzĂśsischer Austausch. In: Der Märkische Bote 15. März 2024.
cite-note-3535. â Kreuzkirche, spremberg-evangelisch.de
cite-note-3636. â Wendische Kirche, spremberg-evangelisch.de
cite-note-3737. â Torsten Richter: Gerettete Kirche an symbolischem Ort (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 19. Mai 2009.
cite-note-3838. â Dirk Schumann: Bauhistorische Untersuchungen an Dorfkirchen â Das Beispiel Wolkenberg. FĂśrderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., abgerufen am 21. März 2025.
cite-note-3939. â Website Sonntagsches Haus Spremberg abgerufen am 3. Dezember 2021
cite-note-4040. â Altstadthelden gefunden! Niederlausitz sechs Mal ausgezeichnet. In: Niederlausitz Aktuell. 29. August 2014.
cite-note-4141. â Mit Farbe HĂśhe gewinnen (Memento vom 20. Oktober 2014 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 16. Juli 2008.
cite-note-4242. â BĂźrger scheitern schon am Eingang â was Besucher drinnen erwartet. In: LR-Online 12. Januar 2025
cite-note-4343. â Neues CafĂŠ am Markt â das bietet Sternenbäck den Kunden. In: LR-Online 22. März 2025
cite-note-4444. â Bild und Baum bezeugen 20âjährige Freundschaft (Memento vom 12. August 2019 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 11. August 2019.
cite-note-4545. â Sprembergs Postamt ist bis auf Weiteres geschlossen. In: Lausitzer Rundschau, 28. August 2017.
cite-note-4646. â Postbank sucht mit Stadt nach Alternativen (Memento vom 4. September 2017 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 1. September 2017.
cite-note-4747. â Hauptpost-Aus ärgert Stadtchefin (Memento vom 15. September 2017 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 12. September 2017.
cite-note-4848. â Spremberg: Post verlässt ihr Gebäude endgĂźltig. In: Der Märkische Bote. 15. September 2017, abgerufen am 21. März 2025.
cite-note-4949. â RenĂŠ Wappler: Paket Frust plagt Spremberg (Memento vom 27. Januar 2018 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 16. November 2017.
cite-note-5050. â Wohnungen entstehen in der frĂźheren Post (Memento vom 27. Januar 2018 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 6. Dezember 2017.
cite-note-scheer-5151. â Regina Scheer: Der Umgang mit den Denkmälern. Eine Recherche in Brandenburg. Hrsg.: Brandenburgische Landeszentrale fĂźr Politische Bildung, und: Ministerium fĂźr Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Potsdam 2003, S. 15 (PDF).
cite-note-flyer-5252. â Fremdenverkehrsverein âRegion Sprembergâ (Hrsg.): Bismarckturm Spremberg â eingeweiht 1903. (undatierter Flyer)
cite-note-5454. â Der Spremberger Georgenberg rutscht ab (Memento vom 22. Januar 2011 im Internet Archive). In: Lausitzer Rundschau, 19. Januar 2011.
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